Montag, 18. Juni 2012

Tok - Dawson City: Top of the World

Anlässlich unseres zweiten und letzten Abends in Tok sind wir in ein für uns teures Restaurant gegangen, den Fast Edy's. Grund für dieses unorthodoxe Verhalten war die All-You-Can-Eat Saladbar, die es dort gab, wobei wir es natürlich nicht beim Salat beliessen, sondern dazu noch eine fette Portion Lasagne verdrückten. Danach waren wir so voll, dass wir kaum mehr die paar Minuten nach Hause pedalen konnten. Trotzdem standen wir am Samstag Morgen wie üblich um 7 Uhr auf und fuhren kurz vor 9 Uhr los. Die rund 18 km auf dem Alaska Highway waren flach, ringsum grün und insgesamt nicht sonderlich interessant. Als wir zur Abzweigung zum Taylor Highway kamen, änderte sich zuindest die Topographie. 

Abzweigung auf den Taylor Highway.

Nun ging es nämlich bergauf. Nicht supersteil, aber doch so, dass wir langsam dahin krochen und in der prallen Sonne ganz schön ins Schwitzen kamen. Und obwohl es immer mal wieder kurz bergab ging, so war doch klar, dass wir einen Pass erklimmen mussten und leichte Veränderungen in der Vegetation zeigten an, dass wir tatsächlich Höhe gewannen. Wir waren, welche Überraschung, von Wald umgeben soweit das Auge reichte. Aber es war komischer Wald, nur ganz wenige Bäume waren grün, alle anderen waren dürr, braun und, zumindest so sah es aus, tot. Mit der Zeit wurde es etwas deprimierend, stundenlang nur diesen skelettalen Wald zu sehen. Abgesehen von der Vegetation erinnerte die Landschaft an Peru. Diese weiten, rollenden Hügel, die Strasse, die man manchmal schon kilometerweit voraus sah, und die Abwesenheit von jeglichen markanten Landmarken. Ab dem frühen Nachmittag zogen dann dunkle Wolken auf und wir hoffen, dass der Regen noch etwas auf sich warten lassen würde. Wir mussten noch irgendwoher Wasser beschaffen, gemäss Bike Buch sollte es in dieser Region aber nicht viele Bäche geben. So versuchten wir unser Glück bei den zahlreich vertretenen RV-Fahrern. Der erste drückte uns auf unsere Frage, ob wir wohl Wasser bekommen könnten, kurzerhand zwei Halbliter-Fläschchen in die Hand. Das war nett, half uns aber nicht so viel weiter, da wir Wasser für den Abend und zumindest für den nächsten Morgen brauchten. Ein Deutsches Paar füllte uns schliesslich alle unsere Flaschen auf und schenkte uns erst noch Trauben und zwei Muffins. Mmmm, vielen Dank. 

Nach 69.44 km, die wir in 5:44 Stunden abgestrampelt hatten, fanden wir ein Plätzchen etwas abseits der Strasse im Gebüsch, wo wir das Zelt aufschlagen konnten. Uff, das war anstrengend gewesen, so viele Höhenmeter hatten wir schon länger nicht mehr an einem Tag überwunden. Ok, das war also unser erstes Wildcamp im Bärenland und wir suchten pflichtgemäss unser Futter zusammen um alles weit vom Zelt entfernt zu lagern. Weit heisst im Lehrbuch mindestens 100 Yards. Dasselbe gilt für kochen, auch das darf nicht in Zeltnähe geschehen, da man ja keine ungebetenen Gäste direkt zu sich nach Hause einladen will. Wir verstauten schliesslich unsere bärensicheren Container unter einem steinigen Abhang und die beiden Drybags mit allen, was nicht in die Container passte, platzierten wir je an einem eigenen Ort. 

Morgens um 7 Uhr blendete mich die Sonne, die genau durch das Zeltfenster auf mein Gesicht schien und ich wunderte mich, warum die blöde Augenklappe in der Nacht immer verrutschte. Wir suchten dann also alle unsere Sachen wieder zusammen und offensichtlich hatte nichts und niemand versucht, etwas zu rauben. Nicht mal der Ground Squirrel, den ich in der Nähe meines Sackes rumrennen sah. Es blieben uns noch etwa 4 km bis auf die Passhöhe, das war irgendwo zwischen den 34 und 35 Mile Marker, dann begann eine ziemlich lange, rassante Abfahrt. Während es in der Nacht zu warm gewesen war für unsere Daunenschlafsäcke und wir auch beim zusammenpacken und bergauf fahren warm gehabt hatten, so musste ich nun zumindest leichte Handschuhe anziehen und es war auch so noch kühl (ich fuhr seit Beginn mit hochgekrempelten Hosen und T-Shirt). Zuunternst angekommen, begann ein konstantes Auf und Ab, das sich für den Rest des Tages durchziehen sollte. Die Steigungen waren meistens nicht mehr sehr lange, dafür aber steiler. Die Landschaft hatte sich seit dem Vortag kaum verändert, im Laufe des Tages sahen wir aber wieder mehr grüne Bäume. Wir hatten erwartet, dass irgendwann bald mal Schluss sein würde mit Asphalt, der Schotter beschränkte sich vorerst aber auf diverse Abschnitte von höchstens etwa zwei Kilometer. Dafür blies uns, wie kann man auch etwas anderes erwarten, den ganzen Tag über ein unermüdlicher Wind ins Gesicht. 

Chicken, das einzige „Dorf“ zwischen Tok und Dawson, sollte 67 Milen ab Kreuzung Alaska/Taylor Hwys liegen und so waren wir immer schön informiert, wie weit es noch war. Von einem Hügel aus war der Verlauf der Strasse gut zu verfolgen und obwohl Chicken nirgendwo zu sehen war, war klar, dass die Ortschaft sich da unten im Tal verstecken musste. Und schon ging es fetztig ebendiesen Hügel wieder hinunter und zwar so steil, dass ich mich etwas duckte in der Hoffnung, 60 km/h zu erreichen. Bis ich ein eher unscheinbares Schild am Strassenrand sah mit der Aufschrift „End of Pavement“. Um nicht voll garacho in irgendwelches loses Kies oder andere Unannehmlichkeiten zu crashen, bremste ich aprupt, nur um dann ganz gemütlich auf einer harten, gut zu befahrenen Kiesstrasse zu rollen. 4 km später hatten wir Chicken erreicht (56.83 km und 4:06 Stunden) und machten uns auf die Suche nach jenem Ort, wo Ciclistas für $ 4.99 campen konnten. Diese Aussage hatte ein Flyer in Tok gemacht, wir erinnerten uns aber nicht mehr an den dazugehörigen Namen. Wir wollten nicht bleiben, weil es spät oder wir müde gewesen wären, aber wir fanden den Ort witzig und sahen keinen Grund, nicht einmal einen kurzen Tag einzuschalten. 

Gross kann die Ortschaft ja nicht sein.

Sonderlich anspruchsvoll war die Suche dann nicht, Chicken ist nämlich ein winziges Goldsucher-Kaff, wo man sich weder verstecken noch verfahren kann. Zu seinem Namen ist das Örtchen anfangs des 20. Jahrhunderts gekommen, als sich dort immer mehr Leute zum Gold suchen niederliessen. Man einigte sich auf den Namen „Ptarmigan“, Schneehuhn, weil diese Vögel dort häufig vorkommen und auch oft gegessen wurden. Wie man aber nun das verflixte Wort korrekt schrieb, war den Goldsuchern nicht so klar und so blieb eben „Chicken“, wie man die Ptarmigans in der Umgangssprache auch nannte. Wir hatten also den Goldpanner, einen Souvenirladen mit dazugehörendem Chicken Creek RV Park gefunden und da dort pro Zelt und nicht pro Person berechnet wurde, bezahlten wir nur gerade die $ 4.99. Als die gesamte Geschichte unserer langen Reise rauskam, durften wir sogar gratis duschen. Sonst hätte das, wie schon in Tok, $ 8 gekostet. Das ist aber der Preis für eine unbeschränkte Dauer, weshalb man sich das problemls teilen kann. Nach nur zwei Tagen radeln waren wir aber ohnehin nicht bereit, für’s duschen zu bezahlen. Wenn’s aber gratis war, war das eine andere Sache. 

Es war noch früher Nachmittag gewesen als wir in Chicken angekommen waren und so hatten wir viel Zeit, rumzuhängen und im benachbarten kleinen „Restaurant“ Zmittag zu essen. Was wir auch nur machten, da wir unsere letzten US-Dollars loswerden wollten. Wir trafen auch noch ein Ciclista-Paar aus England, die ebenfalls von Patagonien heraufgeradelt waren. Wir sind also nicht die einzigen, die sowas komisches machen. Da immer noch Geld übrig war, gingen wir abends nochmals auswärts essen und dann unternahmen wir wieder einen Versuch, bei vollem Tageslicht zu schlafen. So langsam gewöhnen wir uns zwar daran, einschlafen ist aber trotzdem meist nicht leicht. 

Der nächste Tag begann mit einer mehre Kilometer langen Steigung auf guter Kiesstrasse. Erst im Tal nach dem ersten Hügel wurde es mühsam. Dort war man daran, die Strasse zu reparieren. D.h. kaputt war da nichts aber vermutlich wird die harte Erdoberfläche bei Regen schlammig und so bekam die Strasse eine neue Schicht Kies gesponsert. Was uns überhaupt nicht begeisterte, die harte Erde mit wenigen Steinchen war genial gewesen, im tiefen Kies blieben wir fast stecken. Ausserdem wirbelte so jedes Auto eine Riesenmenge Staub auf, ganz egal wie langsam es vorbeifuhr. Die meisten RV-Fahrer waren rücksichtsvoll, die Pick-ups nicht immer und der Laster, der das Kies für die Strasse ranschaffte, liess sich von unserer Gegenwart überhaupt nicht stören und blochte unbeeindruckt vorbei. Dass da sogar drei grosse Reisebusse unterwegs waren, hatte mich überrascht, hängt aber evtl. damit zusammen, dass der Alaska Highway wegen Hochwasser des Kluane Sees gesperrt ist und es momentan keinen anderen Weg von Kanada nach Alaska gibt als den Top of the World/Taylor HWY. 

Wir waren also daran, den zweiten Hügel des Tages zu erklimmen. Dabei kamen öfters Erinnerungen an die Carretera Austral in Chile auf, wo wir oft von Bremen attakiert wurden. Nun waren es Heerscharen von Mücken, die unser langsames Tempo von 5-6 km/h locker mithalten konnten. Und mal kurz einen Sprint einschalten, war auch nicht unbedingt die Lösung der Wahl, ganz einfach, weil sowas auf die Dauer eh nicht funktionieren kann. Von zuoberst hatte man eine hübsche Aussicht auf den West Fork Dennison River, der unten im Tal seine Schlangenlinien zog. Dort oben trafen wir auch drei Schweizer, die mit einem kleinen RV unterwegs waren. Irgendwie kam mir das richtig komisch rein, mit wildfremden Leuten Schweizerdeutsch zu reden. Abgesehen von den zwei Wochenn im April war das wohl schon lange nicht mehr vorgekommen. Sie hatten interessante Information betr. Strasse für uns. Jetzt sollte es wieder bis auf 600 müM runtergehen, dann wieder rauf auf 1‘000, wo eine Art welliges Hochplateau beginnen sollte, dann nochmals gute 300 m Steigung zur kanadischen Grenze hoch. Ok, so schlecht klang das gar nicht. 


West Fork Dennison River.

Also fetzten wir bergab und bald darauf krochen wir wieder den Hügel rauf. Es war schon den ganzen Tag bedeckt gewesen, zum Velo fahren perfekte Temperaturen, zum gemütlich Pause machen eindeutig zu kalt. Man muss aber bekanntlich nicht schnell sein um irgendwann oben anzukommen und 400 m sind keine Ewigkeiten. Dort oben, beim Beginn des erwähnten „Plateaus“, befand sich auch die Abzweigung nach Eagle und für uns somit der Beginn des Top of the World Highways. Was änderte sich damit? Erwartungsgemäss nichts, ausser, dass wir Aussicht auf umliegende Hügel und Täler hatten, was cool war wegen der unendlichen Weite, uns sonst aber eigentlich nicht sehr speziell erschien. Nach einigem sanften Auf und Ab erreichten wir einen Ort mit Namen Boundary (62.38 km, 5:50 Stunden). Als Dorf kann man die paar Hüttchen nicht bezeichnen, wir wurden aber vom Besitzer begrüsst und bekamen je drei Halbliter-Flaschen Wasser. In anderer Form gab es das dort nicht. In Boundary hatte es mal eine Lodge gegeben, die ist jedoch abgebrannt. Wir durften aber zelten oder uns in einer kleinen Cabin verstecken, ganz wie wir wollten. Mega nett, vielen Dank. V.a. wegen dem kalten Wind wählten wir die Cabin und waren später am Abend, als es zu schiffen und hageln begann, ziemlich happy über unsere Wahl. Von einem RV-Paar hatten wir noch mehr Wasser erhalten und so waren wir fast wunschlos glücklich. Ja, fast. Es hätte etwas wärmer sein können. 

In der Cabin in Boundary.

Am Morgen darauf war draussen alles grau und vernebelt. Da es aber nicht regnete, machten wir uns bereit, weiterzufahren. Bis wir soweit waren, hatte sich der Nebel in Bodennähe etwas gelichtet, aber ja, dafür regnete es jetzt. So waren die letzten rund 6 km bis zur kanadischen Grenze nass und wie schon anderweitig festgestellt sind nasse Sand/Kiesstrassen klebrig. Dazu ging es bergauf und wir brauchten über eine Stunde bis endlich die Grenzgebäude in Sicht kamen. Wobei von „Sicht“ zu reden eher etwas übertrieben war und dem dichten Nebel da oben nicht gerecht wurde. Es gab aber nur eine Passkontrolle, Aus- und Einreise kombiniert. Oder so habe ich das zumindest verstanden. 

Grenze zu Kanada. Schöne "Aussichten"...

Auf unsere Frage hatten wir die Information gekriegt, dass es lange auf und ab gehe und dass sich Asphalt und Schotter abwechseln. So war das denn auch. Zuerst rollten wir wieder auf „Asphalt“, oder dem, was davon noch übrig war. Dieser Belag war wohl einer der miesesten der ganzen Reise, mit riesigen Löchern und Flecken, wo nur noch Kies übrig war. Der Schotter, der weit über die Hälfte der Strasse bedeckte, war eigentlich einfach erodierter Asphalt. Zurück zum Ursprung sozusagen. Das hätte ich in Nordamerika nicht erwartet, aber gut, diese Strasse ist wohl nicht so wichtig und wenn irgendwo gespart werden muss, dann eben hier. Dann stellte sich aber nach nur wenigen hundert Metern die Frage, wo wohl die Architekten der Strasse her kamen. Ecuador, Panama oder Guatemala? Peruaner waren das ganz bestimmt nicht, die hätten nie und nimmer solch absurd steile Steigungen gebaut. Aber vielleicht ist das ja auch in Kanada so üblich? Ich war auf jeden Fall teilweise so langsam, dass mein Tacho keine Geschwindigkeit mehr erkannte, d.h. unter etwa 3.8 km/h. Und da wir ja direkt durch die Wolken (Top of the World eben!) pedalten, sah man auch nicht, wie weit diese Steigung noch so weiterging. Nicht eben motivierend. 

So ging das dann munter weiter. Meistens war es zwar nicht mehr ganz so steil, aber mit nasser Sandstrasse kombiniert etwa ebenso mühsam. Als wir ein paar Höhenmeter verloren hatten und uns unterhalb der Wolken befanden, konnte man immerhin den Strassenverlauf für mehr als 10-20 Meter erkennen und auch sehen, dass da unten weite, grüne Täler lagen, aber interessant war das alles eigentlich nicht. Der einzige Vorteil des Wetters war, dass weniger Verkehr herrschte als tags zuvor und dass wir nicht eingestaubt wurden. Ich hatte schon seit kurz nach der Grenze wieder Hunger gehabt, wir machten aber erst nach den üblichen rund 20 km Pause und die hielt sich kurz und wir frohren dabei ganz schön. Zwischendurch hörte dann der Regen auch mal kurz auf und wir sahen fast die Sonne, nur um gleich darauf wieder total verpisst zu werden. Zum Zmittag essen mussten wir uns dann etwas einfallen lassen. So bauten wir mit unserer Plache und den Velos ein notdürftiges Hüttchen, da der Himmel aber wieder gerade sämtliche Schleusen maximal geöffnet hatte, wurden wir bald ganz einfach unterschwemmt. Und überhaupt, es war schlicht hundsmiserabel, so in der Kälte und Nässe zu sitzen und zu warten, bis die ganze Schei...e wieder aufhört. Die RV-Fritzen, die vorbeifuhren und noch winkten, machten das Ganze auch nicht besser. 

Nach guten eineinhalb Stunden war es dann soweit und wir trauten uns wieder raus. Mal schauen, wie es hinter dem nächsten Hügel aussieht... Haha, sehr witztig, natürlich sah es hinter jedem weiteren Hügel ziemlich genau so aus wie hinter jedem, über den wir gekommen waren. Es ging runter und danach wieder hinauf. Und wieder runter und wieder hinauf. Keine Ahnung, weshalb wir uns eigentlich noch solch doofe Fragen stellten. Die Mittagspause hatten wir von etwa 14.20 bis 16 Uhr gehalten und waren bis dahin schon fast fünf Stunden in den Sätteln gesessen. So dauerte es etwas, bis wir wieder in Schwung kamen und eigentlich hatten wir keine grosse Lust mehr. Von den rund 113 km von Boundary bis Dawson hatten wir etwa 48 geschafft, es fehlten also noch jede Menge. Die Engländer, die wir in Chicken getroffen hatten, hatten gesagt, sie hätten das in einem langen Tag gemacht. Und die mussten von Dawson aus erst raufklettern. So nahmen wir an, dass wir das auch schaffen sollten, aber mit der Zeit kamen Zweifel auf. Irgendwann musste es aber runter gehen! Aber nicht hinter diesem Hügel und auch nicht nach dem Nächsten. Am Vormittag waren wir an diversen Schneefeldern vorbeigefahren, am Nachmittag sahen wir links in der Ferne eine Bergkette, die Ogilivie Mountains. Unter blauem Himmel! Die Berge hatten gutes Wetter und unsere blöden Hügel waren vernebelt und verregnet! 

Nun tatsächlich Aussichten.

Um 20 Uhr, nach 7:55 Stunden und 83.72 km, waren wir platt und glaubten nicht mehr an die Abfahrt. Wir hatten eine Durchschnittsgeschwindigkeit von gerade mal 10.5 km/h geschafft, was bei diesen Verhältnissen nicht wirklich verwunderte, aber auch nicht motivierte. Es gab neben der Strasse aber ab und zu grössere freie Flächen, auf so einer stellten wir schliesslich unser Zelt auf. D.h. nachdem wir einen kurzen Regenschauer abgewartet hatten. Da wir knapp an Wasser waren, verzichteten wir auf Kochen und assen Tortillas (mit nichts drauf) und sonstige Snacks. Dann verteilten wir unsere Futtervorräte in einigem Abstand vom Zelt und hofften auf besseres Wetter am nächsten Morgen. 

Das hatten wir dann auch. Nach guten zehn Kilometern zogen wir zwar das Regenzeug an, wie sich kurz darauf herausstellte, wäre das nicht unbedingt nötig gewesen. Nach nochmals zwei Kilometern hatten wir es dann endlich geschafft, die Abfahrt nach Dawson begann. Und zwar rasant, steil und kalt. Hat aber mighty Spass gemacht. Und es wäre umgekehrt wohl mighty anstrengend da raufzukeuchen. Gemäss dem, was man uns unterwegs gesagt hatte, hätte der Top of the World-Highway sehr schön, ja spektakulär sein müssen. Das hatten wir eindeutig verpasst. Irgendwie scheinen die Berge hier gegen uns zu sein und immer, wenn gute Aussichten auf dem Programm stehen, werden wir eingenebelt. Aber nun sahen wir immerhin den Yukon River von oben und Dawson City, wobei der Fluss beeindruckender war als das Dorf. 

Yukon River.

Unten angekommen gingen wir erst den Yukon River Government Campground anschauen. Sehr überzeugt davon waren wir aber nicht. Es gab zwar eine Shelter, d.h. einen überdachten Platz mit Tischen und Bänken, dafür nur einen einzigen Wasserhahn für den gesamten Zeltplatz und gerade zwei bärensichere Foodboxen! Das fanden wir etwas hohl. Zwei Boxen an einem Ende der Anlage, das Wasser auf der anderen Seite. Nicht optimal. Dazu musste man, wenn man ins Dorf wollte, erst die Fähre nehmen. Die aber gratis war. So sind wir mal über den Yukon nach Dawson geschifft, haben uns an einem Picknick-Tisch in die Sonne gesetzt und etwas gegessen. Danach inspizierten wir den Gold Rush RV Park, der aber stolze $ 21.50 pro Nacht zockt. Dafür liegt er mitten im Dorf, hat Duschen (die $ 2.5/6 min. kosten), hübsche Toiletten, Wifi, und ist, da nicht im Wald, nicht allzu sehr mit Mücken verseucht. Wie soll man sich entscheiden? Für das, was der „günstige“ Zeltplatz bietet, ist er gar nicht so günstig, der andere ist ganz einfach schweineteuer. Wir werweissten hin und her und entschieden uns schliesslich für die komfortablere, d.h. natürlich auch teurere Version. Bald stellten wir fest, dass hier in Kanada tatsächlich alles noch ein ganzes Stück teurer war als in Alaska, und das bezog sich nicht nur auf campen, sondern auch Food und was man sonst noch alles so braucht oder gerne hätte. Dafür ist Dawson eine herzige Stadt, die bis auf einige Details wie Strommasten einem Western entsprungen sein könnte. Asphaltiert ist auch nur gerade die Front Street, die Haupt- und Durchgangsstrasse, alles andere ist Schotter und es gibt noch jene teilweise erhöhten hölzernen Gehsteige, ebenfalls westernässig. Klar ist das ganze Dorf gerade mal auf zwei Dinge ausgerichtet: Gold und Touristen. Bis heute wird hier aktiv nach Gold gesucht und anscheinend wird das Edelmetall auch immer noch gefunden, auf wenn längst nicht mehr so viele Leute da leben wie 1898, als die Stadt über 30‘000 Einwohner zählte. 

Typischer Western-Baustiel von Dawson.
Ja, so kann's einem gehen.

Dawson City liegt ja bekanntlich am Ufer des Yukon Rivers und ist von diesem anscheinend auch mehrfach geflutet worden, wie dies Fotos im Visitor Center aus dem Jahr 1979 belegen. Deshalb wurde im Jahr 1987 ein Deich gebaut, der heutzutage eine hübsche Uferpromenade ist. Früher, zu Zeiten des Gold Rushs, legten an jenem Ufer unzählige Schiffe an, die vom Beringmeer aus den langen Weg durch Alaska bis nach Kanada hinaufgefahren waren. Insgesamt ist der Yukon 3‘185 km lang und entspringt interessanterweise keine 25 km vom Pazifik entfernt im Südosten Alaskas, hat sich aber, wie bei Flüssen so üblich, nicht den schnellsten, sondern den Weg des geringsten Widerstandes gesucht. Da er für seine Grösse recht schnell fliesst, ist sein Wasser dunkelbraun und lädt nicht gerade zum baden ein. Wäre wohl auch zu kalt.

Unseren ersten Tag in Dawson verbrachten wir mehrheitlich mit rumspazieren, Glacé essen und Souvenirläden anschauen. Der zweite Tag war dann ganz emsig gefüllt mit einkaufen, organisieren und umpacken all des Futters, das auf den Dempster Highway mitkommen muss. Im Western Arctic Visitor Center, das für die Northwest Territories und somit u.a. für den Dempster zuständig ist, hatten wir in Erfahrung gebracht, dass wir dort eine Schachtel abgeben können, die sie dann einem Autofahrer mitgeben werden mit Instruktionen, sie für uns in Eagle Plains abzugeben. Da Eagle Plains ziemlich genau in der Mitte der Strecke liegt, passt das gut. Wir rechnen 11 bis 12 Radeltage und 3 Reservetage, die zum Beispiel für erzwungene Pausentage gebraucht werden könnten, falls es stark regnen und die Strasse unpassierbar werden sollte. So haben wir also Essen für 15 Tage angehäuft und die Hälfte davon in die Kiste gesteckt. Vorräte für eine Woche zu schleppen, ist für uns gar nicht so aussergewöhnlich, da wir bisher ohnehin immer zu viel Zeugs dabei hatten. Der General Store hier in Dawson ist überraschend gut bestückt, wir hätten z.B. nicht geglaubt, hier immer noch Tortillas zu finden. War aber kein Problem. Ebenfalls die obligate Bohnenpaste, auf Tomaten und anderes Gemüse werden wir verzichten müssen. Zum Abendessen haben wir Teigwaren, Reis, Polenta und Stocki, wir werden also abwechslungsreicher essen als bisher. Snacks waren natürlich eh kein Problem und ich schleppe seit Seaside einiges an Schokolade mit, sieht also aus, als werden wir in den nächsten zwei Wochen keinen Hunger leiden. 

Den späteren Nachmittag haben wir mit einer Tour zum Slow Rush Kennels verbracht. Die New Yorkerin Kyia Buchard hat sich dort ihren Lebenstraum verwirklicht. Sie hat 44 Schlittenhunde und plant, mit einem Team am nächsten Yukon Quest teilzunehmen. Wir erhielten eine interessante Führung durch die Anlage, wo die Hunde wohnen und Erläuterungen, um was für Hunde es sich dabei handelte. Die meisten sind Alaskan Huskies, sprich Rennhunde. Sie hat auch Malamute-Mischlinge, die sind grösser und stärker, aber nicht so schnell, und einige Trapper-Hunde. Das Team, das voraussichtlich am Yukon Quest starten soll, besteht aus Hunden eines anderen Mushers, die das Rennen schon absolviert (und gewonnen) haben und einem eigenen Wurf letztjähriger Welpen. Die Hunde sind auf einem grossen Gelände untergebracht, jeder hat seine eigene Hütte, ist aber an einer Kette angebunden. Jeder Hund kann zwei bis drei weitere berühren, jedoch nicht nahe genug ran um sich gegenseitig zu verletzen, sollte einer mal schlechte Laune haben. Wir bekamen auch eine Live-Demo im Hunde vor den „Schlitten“ spannen und waren amüsiert aber der Hektik und Ungedult, die die Hunde zeigten bis es endlich losging. Ganz offensichtlich: die wollen rennen. Der Lauf war dann aber nur kurz, da es eigentlich zu warm war. 


Zukünftige Yukon Quest-Teilnehmer.
Los, los, wann geht's endlich los?!?

Wir konnten danach ein kleines Museum besichtigen mit verschiedenen Schlitten-Typen, vom traditionellen Last- zum modernen Rennschlitten, und einer grossen Sammlung an allem, das irgendwie mit Schlittenhunden im Zusammenhang steht. Von Briefmarken über Postkarten, Bilder, kleinen Schnitzereien, Renn-Trophäen, Puppen der Natives hier und sogar Hundeschlitten-Spielsachen, z.B. Playmobil (die hatte ich auch!) und Lego. Zum Abschluss sahen wir noch einen kurzen Film über den Yukon Quest. Sehr empfehlenswert! 

Unser dritte Tag in Dawson stand im Zeichen der Goldsuche. Wir besuchten die Mine Goldbottom, während dem Gold Rush ein Dorf mit sage und schreibe um die 5‘000 Einwohnern, jetzt ist alles wieder Wald. Jene Claims werden nun z.T. schon zum dritten Mal „gefilzt“, jeweils aber mit unterschiedlichen Methoden. Heutzutage ist man da recht modern und hat grosse Maschinen. Damit ist man deutlich schneller wenn man eine um die drei Meter dicke Permafrost-Erdschicht abtragen will um zu den Kiesschichten vorzudringen, die (hoffentlich) Gold enthalten. Dann wird das Kies per Bagger in eine „Separierungsmaschine“ gekippt, wo dann die grossen Steine rausgesiebt werden bis nur noch Sand und Goldflakes übrigbleiben. Auf einer Art riesigem Blech werden da mit Vibration und Wasser Sandkörner und Goldteilchen so weit wie möglich getrennt. Gold ist 19 mal schwerer als Wasser und durch die Vibration sinkt es durch den Sand nach unten. Dieser goldhaltige Sand wird dann von Hand löffelweise in eine komische, spiralartige „Pfanne“ gegeben, wo, wieder mit Hilfe von Wasser, die Goldkörnchen von den Steinchen getrennt werden. Die Steinchen wandern in der Spirale nach aussen, die Goldteilchen nach innen, wo sie durch ein Loch in ein Schälchen fallen. 

Maschine zur groben Gold-Stein-Separierung.
Letztes Finetuning.

Der für uns aktive Teil bestand aus gold panning, Gold waschen. So wie das vor über hundert Jahren die Goldwäscher gemacht haben. Man steht mit einem Haufen Kies und Steinen in der Pfanne im Bach, lädt Wasser auf und dreht und schüttelt das Ganze um eventuelle Goldflakes auf den Boden der Pfanne zu befördern. So wäscht man dann die grösseren Steine raus (oder pickt sie weg) bis man nur noch wenig Sand übrig hat. Goldflakes (ein Milimeter Durchmesser ist gross!) heben sich einerseits wegen ihrer Farbe von den Steinen ab, zuverlässiger ist aber ihr Verhalten. Steinchen werden leicht weggespühlt, Gold bleibt wegen dem seinem Gewicht auf der Pfanne liegen. Martina hatte schon beim ersten Versuch Glück, ich musste eine zweite Pfanne waschen bis ich zwei winzigste Goldbrösmelis fand. 

Auch wir versuchen unser Glück.

Wir bekamen auch noch das grösste Nugget zu sehen, das die Eigentümer-Familie je gefunden hatte. Drei Unzen schwer ist das Ding und damit sehr ungewöhnlich gross. Die Tour hatte auf jeden Fall Spass gemacht, das Beste daran war für uns aber, dass wir sie gratis gekriegt hatten, da wir den Besitzer der Mine in Dawson getroffen und eine Einladung gekriegt hatten. Jetzt sind wir also beide reich und werden mit dem Vermögen, das wir hier gemacht haben, noch auf unbestimmte Zeit weiterreisen können. Damit sind wir ready für den Dempster Highway und sonstige weitere Abenteuer. 

Hier noch eine Korrektur zum letzten Eintrag. Dort habe ich von einem Foto mit Wald behauptet, dass sei Tundra, was nicht korrekt ist. Jene Wald-Landschaft nennt sich hier Boreal Forest, in der Tundra wachsen wegen Permafrost keine Bäume mehr. Sorry wegen der Verwechslung.

Sonntag, 10. Juni 2012

Glennallen - Tok: Sonne und Regen in Alaska

Unter blauem Himmel und Sonne verliessen wir Anchorage, begleitet von Dave, unserem zweiten Warmshower Host in der Stadt. Parallel zum Glenn Highway verlief ein Veloweg (der im Winter zum Langlaufen und Hundeschlitten fahren benutzt wird), was es uns ersparte, den starken Verkehr unmittelbar neben uns ertragen zu müssen. Das Land war flach und mehrheitlich bewaldet, an einer Stelle sahen wir eine Menge tote Bäume in auf einer grossen, sumpfigen Wiese. Das hatten wir schon auf der Busfahrt zum Denali NP gesehen und gemäss dem Fahrer hatte ein Erdbeben vor zehn Jahren die Bäume gekillt, indem es den Boden absenkte, was das Eindringen von Salzwasser ermöglichte. Die Bäume haben das nicht überlebt. Interessanterweise stehen sie nun, da sie tot sind, unter Schutz.

Tote Bäume, im Hintergrund die Chugach Mountains.

Viel mehr gibt es von dem Abschnitt nach Palmer sonst nicht zu sagen. Mit 65.8 km in 3:52 Stunden war dieser erste Tag nach einer langen Velo-Pause gemütlich kurz gehalten. Wir schlugen im Kepler Bradley Lake Park unsere Zelte auf und bezahlten sage und schreibe $ 18 für ein Stück nicht sehr ebenes Gras, einen Tisch mit Bänken und ein ToiToi-Klo (d.h. Dave bezahlte). Dass es für so einen Preis nicht einmal einen Wasserhahn gab, fanden wir doch eher erstaunlich und so verbrachte ich einige Zeit damit, Wasser aus dem See zu filtern. Weil es so schön warm und sonnig war, nahmen Martina und ich anschliessend ein ganz kurzes Express-Bad. Das Wasser war nicht gerade warm, wir schafte es aber, so um die 20-30 Sektunden drin zu bleiben. Hat aber mega gut getan. 

Am nächsten Morgen verabschiedeten wir uns von Dave, er kehrte nach Anchorage zurück und wir fuhren weiter nach Osten. Nach Palmer nahm der Verkehr etwas ab und die Landschaft wurde interessanter, hügeliger und stieg langsam zu einem Pass an. Wir fuhren durch das Matanuska Susitna Tal, das zwischen den Talkeetna und den Chugach Mountains verläuft. Immer mal wieder hatten wir coole Aussicht auf das breite Bett des Matanuska Rivers, was mit den noch weissen oder weiss-fleckigen Bergen im Hintergrund ein geniales Bild abgab, so wie man sich Alaska eben vorstellt. Was mir auch auffiel, war, dass die Bäume hier nicht so hellgrün gefärbt waren wie vor knapp zwei Wochen als wir in Anchorage angekommen waren, nun war die Farbe dunkler und sah schon eher nach Sommer denn nach Frühling aus. Je weiter in die Höhe wir kamen, umso heller wurde das Grün jedoch wieder, ganz offensichtlich war die Jahreszeit hier noch nicht so weit fortgeschritten. 

Matanuska River und Talkeetna Mountains.

Der Vormittag war noch sehr warm gewesen, im Laufe des Tages zogen aber immer mehr Wolken auf und wir befürchteten Regen. Dazu blies ein zügiger Wind, zu unserer Freude für einmal von hinten. Nach 69.6 km und 4:55 Stunden erreichten wir die Long Lake State Recreation Site, wo wir zu campen planten. D.h. wir kamen zu einem See, der wohl der Long Lake sein musste und wir sahen, dass da im Wald zwei Zelte standen, wie ein offizieller Zeltplatz sah das aber nicht aus und ein entsprechendes Schild gab es auch keines. Etwas ratlos wanderten wir herum und schauten uns das an und fragten schlussendlich jemanden, was hier der Deal sei. Das sei tatsächlich ein Campground, ein ganz kleiner eben. Aber man könne hier überall, wo es Platz hat, ein Zelt aufstellen. Ok, so machten wir dass dann auch. Das Wasser filtern ersparte uns jener Herr netterweise, er hatte einen grossen Tank und konnte uns Wasser abgeben. Ausserdem durften wir unter seinem Tarp kochen und essen, was gemütlich war, da es am Abend regnete. 

Da wir am Morgen auch einen Kaffee bekamen, fuhren wir nicht sehr früh los. Landschaftlich sollte das ein sehr schöner Tag werden, oder besser, hätte werden sollen. Es regnete mit nur wenigen und kurzen Unterbrüchen und wir bekamen all die coolen Berge nie zu Gesicht und der Gletscher sah mit den grauen Wolken darüber etwas langweilig aus. Dafür durften wir über eine Menge Hügel klettern, bzw. es war einer jener Pässe, die man nur nach einer Menge Auf und Ab erreicht. Wo genau der höchste Punkt war, war nicht so klar und wegen der Nässe und Kälte gingen wir der Frage auch nicht weiter nach. Angeblich waren wir da aber irgendwo auf rund 3‘000 Fuss, also etwas über 900 Meter hoch gewesen. 

Long Lake im Nebel.
Matanuska Glacier, ebenfalls neblig.

Um 19 Uhr stoppten wir bei der Eureka Lodge (ziemlich weit oben auf dem Pass) und überlegten uns, ob wir um Erlaubnis zum campen fragen sollten, waren aber nicht so überzeugt von der Location und wollten nicht, dass möglicherweise unser Zelt weggeschwemmt würde. Wir wussten, dass etwa 15 km weiter eine State Recreation Site mit Zeltplatz liegen sollte und es nun eigentlich abwärts gehen sollte. Beides stimmte. Wir kamen nun schnell voran und als wir das Namensschild des Little Nelchina Rivers sahen, war auch klar, dass der Campground in der Nähe sein musste. Wieder gab es aber kein Schild weit und breit. So kehrten wir nach dem nächsten Hügel wieder um und zwiegen auf eine anonyme Dirt Road ab und tatsächlich, da standen zwischen Bäumen zwei Häuschen, die wir als Klos erkannten. Es gab auch Campsites und wir fanden sogar eine, die nicht aussah, als würde sie demnächts überschwemmt werden (86.4 km, 6:50 Stunden). Mit dem Tarp, den wir bisher meist zum Zudecken der Velos gebraucht hatten, spannten wir nun ein Dach und genossen so den Konfort eines realtiv trockenen Aussenbereiches. Ein anderes Problem stellte sich jedoch. Obwohl wir gleich neben dem Fluss zelteten, hatten wir kein Wasser. Der Fluss war braun und wir nicht motiviert, diese Brühe zu trinken. Was dann? Die „Lösung“ waren die Pfützen in der Strasse des Parks. Obwohl zwar nicht wirklich sauber, so war jenes Regenwasser, das aus dem Wald dort hineinfloss, immer noch um Längen klarer als das im Fluss. Filtern war jedoch keine Option, das Filterelement hätte viel zu oft geputzt werden müssen. Aber wir hatten ja immer noch unsere Chlortropfen und überraschenderweise schmeckte das bräunliche Pfützenwasser gar nicht schlecht. 

Wir waren erst nach 20 Uhr angekommen und mit allem, was es zu tun gab (Site aussuchen, Camp aufstellen, Wasser beschaffen, kochen, essen, Tagebuch schreiben etc.) war es fast Mitter“nacht“ bis wir ins Bett kamen. Nacht in Anführungszeichen, da es natürlich nicht dunkel wurde, aber als am Morgen darauf um 7 Uhr der Wecker piepte, entschieden wir uns kurzerhand, erst eine Stunde später aufzustehen. Was sich durchaus auch lohnte, denn kurz vor 10 Uhr brach die Sonne durch die Wolken und unsere Stimmung hob sich. Nach nicht ganz 20 km kamen wir zu einem kleinen Road House mit Namen Grizzly Country, wo wir Kaffee bekamen, was v.a. Martinas Stimmung gleich nochmals anhob. Der Herr, der das Lädeli führte, war sehr sympatisch und für uns war es spannend, etwas über das nicht immer leichte Leben der Locals hier zu erfahren, z.B. wie es die Leute hierher verschlagen hatte. Sehr oft beginnen solche Stories mit „20 years ago...“ oder sogar „30 years ago...“. Oft war es das Militär, das die Leute hergeschickt hatte oder sie kamen als Missionäre oder auch durch irgendwelche Zufälle im Leben. Und öfter bleiben wir länger hängen als geplant, einfach weil 10-15 Minuten Pause nicht reichen um all die Fragen zu stellen, die einem im Kopf herumturnen. 

Das Wetter blieb den ganzen Tag über eher zweifelhaft und unsicher, wir wurden aber nicht mehr verregnet. Meist, nicht immer, ging es bergab, selten steil, landschaftlich hübsch aber nicht überwältigend. Das Tal war nun meistens weit offen, und die Berge nur noch am Horizont erkennbar und Tundra um uns herum. Tundra heisst Wald, auf dieser Höhe aber keine hohe Bäume, die dicht beieinander wachsen, wie z.B. in Oregon oder Washington. Die Spurce Trees, eine Nadelbaum-Art, halten Distanz zueinander, haben nur ganz kurze Äste und sind eher mickrig. Dazwischen sahen wir immer mal wieder einen See oder Weiher oder Fluss. Auf diesem Abschnitt blieb einiges an Zeit, die Strasse genauer zu studieren. Wie bei uns in den Bergen heisst es auch hier öfters, es gäbe neun Monate Winter und drei Monate Strassenbau bzw. -reparatur. Ganz offensichtlich ist das Klima hier nicht asphaltfreundlich und die zahlreichen feinen Risse im Belag machen es allerlei Grünzeug leicht, sich ihren angstammten Lebensraum wieder zurückzuerobern. Dann gibt es auch jene hardcore Pflänzchen, die keine Risse brauchen und sich ihren Weg ans Tageslicht mit brachialer Gewalt, oder auch mit viel Geduld, langsam aber sicher selber aufbrechen.

Überlebenskampf Highway gegen Pflänzchen.
Endlose Tundra.

Um 17 Uhr erreichten wir Glennallen und unser erste Stopp war ein überrasched grosser Supermarkt. Dann suchten wir einen Ort zum übernachten und fanden den im Milepost (der Reisebibel des amerikanischen Nordens) erwähnten Northern Nights Campground. Für $ 15 pro Site durfte man dort sein Zelt aufstellen. Gar kein so schlechter Preis, in Kalifornien hatten wir auf einigen Hiker/Biker Sites mehr bezahlt, vom Kepler Bradley Park gar nicht erst zu reden. Und da auch wir ab und zu Glück haben, gab es an jenem Abend (je Montag und Freitag) gratis Desserts, von der Eigentümerin selber gemacht. Das relativierte den Preis gleich nochmals. Wir nutzten die Gelegenheit und stellten sicher, dass keine Reste übrig blieben und sparten damit gleich die Zeit und das Benzin zum selber kochen. Nach vier Tagen auf den Rädern leisteten wir uns auch die $ 3 für eine heisse Dusche. 

Am Morgen gab es Kaffee und auch das Wifi funktionierte wieder. Insgesamt ein sehr empfehlenswerter Zeltplatz, wo wir ausser den Betreibern etliche nette Leute trafen. Kurz nach Glennallen bogen wir dann auf den Richardson Highway ab und etwa 15 Meilen später auf den Tok Cutoff. Der Richardson-Abschnitt war flache Tundra gewesen, kurz nach der Abzweigung in Richtung Tok wurde es wieder hügeliger. Damit kamen auch gute Aussichten wieder, wie jener Vista Point über dem Copper River mit den Wrangell Mountains weit im Hintergrund. Dort trafen wir auf eine Gruppe Franzosen und siehe da, irgendwie brachte ich sogar noch ein paar französische Sätze zusammen. So improvisiert und stotternd.

Auf dem Tok Cutoff, im Hintergrund die Wrangell Mountains.

Während der Vormittag sehr sonnig gewesen war, zogen am Nachmittag z.T. sehr dunkle Wolken auf und wir sahen uns konstant von Regenschauern in der Nähe und Ferne bedroht. Da wir des öftern über Hügel drüber mussten, sahen wir auch den Copper River im Laufe des Tages immer wieder. Diese weiten, naturbelassenen Flussbetten mit sumpfigen Wiesen und Wäldern ringsum gefallen mir sehr und ich hielt immer Ausschau nach Bären oder anderem Getier, wir sahen aber nichts. Einzige Abwechslung waren die Baustellen, d.h. Schotterabschnitte, wo wir, wenn sie nass waren, fast kleben blieben, und wenn sie trocken waren, von Fahrzeugen eingestaub wurden (2002 hatte ein starkes Erdbeben grossen Schaden angerichtet, die Reparaturen sind noch nicht abgeschlossen). Seit wir uns auf dem Tok Cutoff befanden, hatte es nicht mehr viel Verkehr. Vor allem kaum mehr PWs, hier waren Wohnmobile und –wagen in klarer Überzahl, und meistens waren das rieisge Dinger, so fast in der Grösse von Reisecars. Auf einem dieser Schotterstücken steuerte plötzlich ein Auto direkt auf mich zu und der Fahrer streckte mir eine Visitenkarte entgegen. Wir sollen doch bei der Red Eagle Lodge stoppen, entweder zum schwatzen oder übernachten, es seien noch 9 Meilen. Ich fragte nah dem Preis einer Campsite und die Antwort war sehr ok: 13.-. 

Es war noch früh am Nachmittag, so um die 16 Uhr, als wir im "Dorf" (besser gesagt verstreute Ansammlung von Häusern) Chistochina und kurz darauf bei der Red Eagle Lodge ankamen, aber der Ort gefiel uns aber gleich (76 km, 4:39 Stunden). Auf einer grossen Wiese waren diverse grössere und kleinere Cabins verstreut und wir durften uns alles anschauen. Die einen Hüttchen waren mit eigenem Bad und Küche ausgestattet, andere nur mit einem grossen Bett. Es gab da auch ein neues, schönes Bath House, mit Duschen, Toiletten und Waschküche und im Hauptgebäude hat es einen gemütlichen Aufenthaltsraum. Der Preis zum campen hier war noch besser als im Northern Nights und die Duschen waren gratis. Wunderbar. Für $ 5 pro Person gäbe es auch Frühstück, wurde uns gesagt und da das ein sehr guter Preis war, buchten wir das gleich mit. Als wir später gemütlich auf dem Sofa sassen, begannen wir uns zu wundern, warum wir eigentlich nicht zwei Nächte blieben. Wir mussten uns ja nicht beeilen um dringend irgendwo hinkommen. Wir checkten den Wetterbericht und fanden heraus, dass für den kommenden Tag Regen angesagt war. Perfekt! Nicht, dass wir eine Ausrede zum bleiben brauchten, aber einen sonnigen Tag mit rumhängen zu verschwenden wäre etwas hohl gewesen. So passte das aber tiptop. Wir änderten die bestellte Frühstücks-Zeit von 7.30 auf 9.30 Uhr und freuten uns auf einen Tag für bloggen, lesen, entspannen und rumhängen.

Genau das taten wir denn auch nachdem wir so lange und so viel gegessen hatten, dass wir bis zum Abendessen nichts mehr brauchten. Der Wetterbericht hatte auch ziemlich gestimmt und da Regen aus einem warmen Haus heraus gesehen viel mehr Spass macht als live miterlebt, war die Welt für uns in Ordnung. Das änderte sich auch am folgenden Morgen nicht, da der Himmel zwar mehrheitlich bewölkt war, es aber auch dabei blieb. D.h. die Welt war i.O. was die Luftfeuchtigkeit betrifft, bald begann es aber zu winden und das selbstverständlich genau von da, wo wir hinwolten. Nicht patagonisch oder sonst irgendwie grenzwertig, aber konstant und stark genug um uns zu verlangsamen und zu nerven. Dafür sahen wir ab und zu die Sonne und sogar einen Schwarzbären, der ein paar hundert Meter vor uns über die Strasse rannte. Rings um uns herum war Wald, hier recht dicht und mit hohen Bäumen. Und immer mal wieder mussten wir ein Hügeli erklimmen. Mittagspause machten wir bei den Midway Services, einem kleinen Laden, wo es gratis Kaffee gab und wo Velofahrer gratis in einem Bus schlafen dürfen. Sehr nette Leute dort. Wir wollten aber weiter, da wir es sonst am folgenden Tag nicht bis nach Tok geschafft hätten. Etwa noch 25 km blieben bis zur Mentasta Lodge, wo wir neben einem Gebäude campen durften (73.7 km in 5:40 Stunden), worüber sich die lokalen Mücken natürlich freuten. 

Martina dagegen freute sich auf den Kaffee am Morgen und so dauerte es etwas länger als sonst bis wir loskamen. Aber hier, wo es nie dunkel wird und man nicht um eine bestimmte Zeit ankommen muss, sind auch unsere morgentlichen Abfahrtszeiten relativ geworden. Was macht es schon, ob wir um halb neun oder um halb zehn bereit sind? Der Wind war auch schon wieder wach, aber viel schwächer als tags zuvor. Die Sonne und die Wolken stritten sich um die Vorherrschaft am Himmel, die Wolken behielten aber meist die Oberhand. Trotzdem war es überraschend warm, schon in der Nacht war es nicht kalt geworden und wir haben, wie schon so oft hier, in unseren Schlafsäcken geschwitzt. Wir hatten gerade einen Hügel erklommen und waren schon ziemlich feucht von so’nem blöden Nieselregen und stoppten um das Regenzeug anzuziehen. Nicht, dass wir gefrohren hätten solange wir pedalten, mit nassen Kleidern wäre aber die nächste Pause sehr unangenehm geworden. Ich war gerade dabei, etwas aus einer Tasche zu graben als ich Martina leise rufen hörte: „Lueg, lueg, luuuueg!“ Da vorne spazierte gerade eine Elchmutter mit Baby über die Strasse! 

Herzige Tiere...
... und schöne Landschaften.

Erst ein Bär, jetzt ein Elch, scheint als seien wir tatsächlich in Alaska angekommen. Die drei einheimischen Velofahrer, die wir bald darauf trafen, erwähnten einen weiteren Elch, den sie vor kurzem gesehen hatten. Und der war sogar noch dort und solange wir genügend Abstand hielten, liess er sich von unserer Anwesenheit nicht stören. Als wir aber nochmals stoppten als wir näher waren, verschwand er in die Büsche. Jener erste Regenschauer hatte keine Ewigkeiten gedauert und bald drang die Sonne wieder durch. Am Nachmittag wurde der Himmel aber wieder bedrohlich dunkel und wir suchten uns einen Pausenplatz im Wald in der Hoffnung etwas vor dem kommenden Regen geschützt zu sein. Diese Strategie ging nur mittelmässig auf, da wir aber eh nur noch je eine Tortilla und nur noch einen kläglichen Überresten Bohnen hatten, waren wir mit dem Essen durch bis es zu regnen anfing. Wir sassen noch eine Weile zerknautscht unter den Spruce Trees, mussten aber irgendwann ja doch wieder in den Regenhinaus. Wrrrrr. 

Immerhin, die letzten rund 20 km vor Tok waren topfeben und wir kamen zügig voran. Als wir dort ankamen, schien auch wieder die Sonne. Wir hatten hier einen Couchsurfer Host kontaktiert, der zwar selber nicht zu Hause war, seine Nachbarn führen die Gäste aber jeweils in den zur Verfügung stehenden Wohnwagen ein (81.8 km, 4:50 Stunden). Die Deutsche Radler-Familie, von denen wir schon verschiedentlich gehört hatten, war auch da. Sie waren vor zwei Tagen angekommen und hatten nun für ihre letzte Nacht ihr Zelt aufgestellt und uns das Bett im Trailer überlassen. Das war mega nett. Und natürlich war es auch cool, wieder einmal andere Ciclistas zu treffen, und dann sogar noch welche mit knapp einjährigem Kind. Da war nun für Unterhaltung gesorgt. Ausserdem wohnte da auch noch eine riesige Armee grosser Mücken, die nichts unversucht liessen, auch noch zu ihrem Abendessen zu kommen. 

Ronja scheint Velos zu mögen.

Am Morgen darauf packen unsere neuen Freunde ihre Sachen zusammen. Sie wollten weiter in Richtung Beaver Creek. Wir legen hier einen Pausentag ein um all die üblichen Arbeiten wie waschen, einkaufen, tanken, bloggen etc. zu erledigen bevor wir das erste Mal seit langen wieder eine Schotterstrasse in Angriff nehmen, hier den Dalton Highway nach Dawson City in Kanada. 

Ronja, Gregor und Lea aus Deutschland.

Tschüss Family Pedaleros, war cool, euch zu treffen. Viel Glück auf eurer Reise und hoffentlich sehen wir uns in den Rockies nochmals.

Donnerstag, 31. Mai 2012

English Summary No. 12

To our surprise entering the US from Mexico wasn't complicted at all. The hard part was finding the Mexican migration office to get officially stamped out of the country. After we got that done we had to wait in a very long line but it took less time than expected to get to the other side of the border. No strange questions were asked and we just had to have our luggage scanned, that was it. In Chula Vista we met our Warmshower host who took us to his house in San Diego. We then spent several days getting set up for the US, meaning finding mechanics who weren't booked out for over a week, buying small and light computers (as there wouldn't be many internet cafés available anymore) and replacing all the broken or otherwise worn-out parts of our equipment. We soon found out that many things we expected to be relatively easy here were quite complicated, like finding the mechanics, getting a decent computer or buy a US chip for our cellphones.

Once we had everything together we set out one sunny day, found our way through the center and suburbs of San Diego and cycled North along the coast, crossing pretty towns and passing many surfing beaches. We reached our first campground at Carlsbad SP some time in the afternoon and were content with our first cycling day in the new country. Our second day took us through more busy towns, a huge military base and several nice beach parks. The route was usually well marked and we had no trouble finding our way. It was shortly after noon when we arrived at Dana Point where we met Vreni, my cousin from Switzerland, who lives in Aliso Viejo. We were going to spend a few days with her and her husband Luis and their children Lauren and Mathew. We managed to pack all our luggage and the two bikes in her van and saved us the last few miles through LA suburb to her house.

LA to San Francisco

After spending a few relaxing and amusing days in Aliso Viejo, we were confronted with the problem that we had to cross the LA area and we knew we couldn’t do that in one day. We didn’t want to pay an expensive hotel in the big city so we looked for and found a WS host in Long Beach. This way we first had a short and easy day and a long and hard second day that included finding our way through a maze of highways, streets and bike paths. A flat was the deciding factor that made clear that we wouldn’t reach Leo Carillo State Park, our goal of the day. The Malibu RV Resort that we chose instead was quite expensive but had an awesome hot shower. The next day was much more comfortable in terms of traffic and confusing streets but it was sometimes still not very obvious which way we were supposed to take. The book we had, “Cycling the Pacific Coast”, included a very detailed description for those travelling from North to South, reading it backwards didn’t always work very well. We still made it to Carpinteria SP where they had hiker/biker sites right next to the train track. And for some reason, the trains here make always a lot of noise. Getting through Santa Barbara the next day was a bit of a challenge too and cycling on a busy freeway was, if legal there, no fun at all. The landscape wasn’t exactly boring but neither very interesting, but the campground where we camped that night, at Refugio SP, was pretty with a scenic hiker/biker site.

The route to Lompoc took us through a tunnel that rather felt like a vacuum cleaner hose because of the fierce headwind we encountered there. Then, on the first “serious” hill in California, we finally warmed up and the rest of the day it was just green hills that looked almost like home. Again not boring but neither very exciting. In the town of Lompoc we did shopping and begun searching for Warmshowers in San Francisco which turned out to be more complicated then we imagined with no internet and sometimes even without cell phone service at the State Parks. It rained that evening and night and still the next morning. There was another hill to climb and the sun came out when we reached the top which we took as a positive sign. The most exciting thing that happened that day were the strawberry fields and the farmers’ shops right at the street where we could buy the truly tasty fruit. We stayed at Oceano SP, a nice place without hiker/biker sites. But the small deer that grazed right next to our site when we had dinner were cute.

The stretch to San Simeon SP was green and hilly. That was about it. Although sunny, the day was cool and when we came down a little hill we saw the humidity of the air at the campground located near the beach with only the highway between us campers and sea. Meaning our sleeping bags and the tent, everything humid from the last night, weren’t going to dry that evening. At least the next day had more excitement in store for us. Well, first of all we had headwind like so many days before. And it was so freezing cold in the morning that my toes hurt after only a few minutes on the bike. But there was also a beach where there were thousands of elephant seals hanging out. Uncountable mothers with their babies, babies already left by their mothers, youngsters and huge male adults. And two naughty and hungry ground squirrels. We had a lot of fun watching the seals and reading the information about them. For example, that the mothers leave their young after just one month. They crowd together with other kids their age and stay on this beach for another three months, learn to swim, dive etc. They have no more food once their moms leave. At the age of only four months they set out heading north to Alaska, alone with only their instinct to tell them where to go. One must assume that other guys, like Orcas, are only waiting for them to come. Good luck little elephant seals! The road remained flat for several more kilometers after that beach, and then it began to climb. That had the advantage that the mountain blocked out the wind, the disadvantage was the narrow and winding road. It was still fun, the view was great and it was much warmer than the flat stretches. After the first long climb there was a lot of down and up and down again until we reached Kirk Creed Campground, set just above sheer cliffs.

The elevation profile in the book threatened us with two bigger hills for the next day but we never really found the first one. The second one was there all right and it was all forest and actually quite a nice climb. The next stop after this short day was Pfeiffer Big Sur SP, located in a dense Red Wood forest with beautiful, high trees. What in summer probably is a nice and cool place to camp turned out to be very cold in winter. The rare beams of sunlight that reached the ground were by far not enough to warm the place. As we had the whole afternoon to spend we jumped on our bikes again and cycled into the little town of Big Sur. We tried to call some potential Warmshowers in San Francisco but without success. But we talked to a local guy about our trip and got an invitation for breakfast the next morning. The guy owned a restaurant. So, obviously, in spite of the cool morning and annoyingly wet tent, we looked forward to that particular breakfast. We weren’t sure whether he really expected us to come as we knew that in this country not all invitation are always meant seriously and might just mean something like “you are nice people”. But, anyway, we weren’t going to ponder that question much and just showed up. He hadn’t told his employees as he had promised but he stood by his word and let us order anything we wanted and didn’t have to pay. Thank you, Carl! The rest of the day was one to forget. As long as we were in the hills and forest, it was sort of ok-ish but when reached the flat coast again, it was strong headwind almost all day. The landscape wasn’t all that special anymore and the closer we got to Monterey the more traffic there was. An unexpected hill just before the city annoyed us and the expected steep climb to the Veterans Memorial SP wasn’t much more fun. But the place had awesome free showers which reconciled us with the day.

We had more fun leaving Monterey. First on a bike path and later through artichoke fields, we never encountered much headwind that day. We found wifi in a café and could get some organization and e-mailing done and checked in the pretty New Brighton SP where we found a comfy hiker/biker site. The next stretch was supposedly very nice. Or so we had been told. We hardly saw anything all day because of dense fog. And it was so cold that we shivered during our breaks. It only cleared up in the afternoon when we arrived in the town of Half Moon Bay. It had been a long day and we knew that the state park was a few kilometers off the road. So when we saw the “camping” sign next to a pub we figured we could at least ask how much they charged. $ 30 per tent! We started to turn and leave when the guy asked how much we wanted to pay. At the state park we would have paid $ 5 each, so that’s what we answered. He offered us $ 15 which we accepted. Steve, the friendly caretaker of the Cameron’s Pub, even gave us each a hot chocolate that evening as well as in the morning, so it was finally a very good deal for us.

We had one day to go to San Francisco which included some hill climbing on a narrow and winding road. To cross the second hill we stayed on HWY 101 instead following the book’s description of the bike paths. There was a lot of traffic now but at least there was a wide shoulder. But still, the closer we came to SF the less comfortable it was on that highway that actually turned into a freeway. But we had the route description to our WS-house starting from 101 so this is why we stayed although it was obvious that we wouldn’t be able to cross to the other side and take the indicated exit. We knew we weren’t supposed to be on the freeway and, apparently, a cop on a motorbike figured the same. He indicated us to take the next exit and kindly stayed behind us to protect us from evil car drivers. He finally told us to stop, asked us how we ended up on that road which was, yes indeed, illegal for cyclists. Of course, we were very sorry and had gotten sort of lost trying to follow the instructions we had been given etc. etc. The police man wasn’t really angry put pointed out how dangerous that was and that we shouldn’t do it again, or we would be in trouble. Then he explained us a legal and safe way to get where we wanted to get and left. We went to look for our host's house and found it easily enough. The problem was that they were only going to come home at around 6 pm so we had all afternoon to hang around. That’s what we did and we wondered whether it was really worth staying with Warmshowers if it meant waiting half a day for someone to come home. Yes, it was. Laura and her daughter Sofia were such nice hosts, we got such a big and comfortable room and spent such a good time there that the question didn’t come up again.

San Francisco to Oregon Border

We spent three days in SF, enjoyed having a warm house to live in and did some more shopping at REI. On a sunny Sunday morning we said goodbye to the two ladies and set out again. Laura and Sofia, thank you very much for letting us stay with you these four nights, we had a good time and really enjoyed San Francisco! Thanks to Laura’s directions we found the way to the Golden Gate Bridge without any problems. There it got a bit tricky. The locals on their racing bikes meant serious training while the tourists, like us for example, stood in their way taking pictures. We cycled through the cute town of Sausalito and on over some hills, still sharing the road with hundreds of local cyclists. It was warm as long as we either kept moving or sat in the sun. As soon as we reached our campground, the Samuel P. Taylor SP, we were in the dark forest again and therefore, we were cold. As we found a recently vacated site with still very hot coal, we spent the afternoon (illegally) collecting wood and making small fires. The night was ok but the morning freezing cold. So cold that my toes und fingers got numb and hurt a lot when we took a break in the sun to warm up. That day we missed a turn and added several very steep miles to the official route. But the landscape was all green and pretty so we didn’t mind too much. The hiker/biker site at Bodega Dunes SP turned out to be quite sandy and we just hoped the strong wind wouldn’t break any limbs from the trees and throw them on our tent. It didn’t and another day began cool but sunny. We had a bigger hill to climb in the morning and enjoyed remarkable tailwind in the afternoon. Obviously, that was suspicious and the dark grey clouds added to the threat of rain. We made it to Gualala Point Regional Park without getting wet. The hiker/biker site was located in a dense forest very different from the usual redwoods.

It rained hard that evening and night and as it still did when we should have gotten up, we were annoyed and just stayed put. We made a little shopping expedition later that day and spent the afternoon in a warm and cozy café in Gualala. It rained on an off that day and in the night a gang of raccoons robbed our wooden food box and stole everything within their reach (there was a hole that was fixed with wire mesh and the bastards just bent the mesh away). We had a late start the next morning because of more rain but we finally made it. The only thing worth mentioning that day is that we found out that the park where we planned to camp was closed. The friendly lady working at the post office in Manchester happened to be with Warmshowers and invited us to camp at her house. That was a very friendly gesture, thanks Judy.

It was sunny again and, what a surprise, our loyal friend, the North wind, was back. The land was still green and hilly and the sea had a bright blue-green color. Very nice. Although we only did a short stretch, for some reason we didn’t manage to arrive early. And the hiker/biker site at McKerricher Beach Park was rather shabby. But we met some interesting people there, a lady who used to run 80 and 100 m hurdles, had set American records and who had taken part in the Olympics ’68 in Mexico City and ’72 in Munich. We spent the evening with Patty and her husband Bob and, contrary to our plan, also the whole morning of the next day. Talking to them was just way too interesting and sitting in their little campervan too comfortable to just take off and get gone. Around noon they had to vacate their site and we figured we really should get a move on, too. Patty and Bob, thank you so much for the hot drinks, the warm fire and, above all, the two nights in a motel. You’re awesome people! We just cycled for some two hours to Westport Beach SP where we enjoyed the sunny afternoon until I heard a crack from my bike. A flat, ok, but why so much noise? A closer look revealed a torn tire and a huge hole in the inner tube. What the f…?!? A look at the watch and a talk with the camp host made clear that the problem couldn’t be solved the same day. And it was Saturday so it wasn’t even sure I could get a new tire the next day as the bike shop in Fort Bragg would be closed. So on Sunday morning we placed ourselves besides the highway, held out a thumb and hoped for a ride to Mendocino. The camp host had called and made sure there was a bike shop open. The problem was, of course, that an ordinary bike shop didn’t have the tire I was looking for but I found one that would serve for the time being. The people in “Catch a Canoe” (that also has bikes) in Mendocino were very friendly and interested in our trip and we even got a ride back to the campground. Thanks a lot.

In the meantime our friendly, sunny campground had turned into an abandoned, foggy-grey place that didn’t look inviting at all. The fog hadn’t exactly lifted next morning but it had moved up a little bit. We had to climb a first hill and then a second, higher one. This second climb was Legget Hill, with its 2’000 feet the highest point on the West Coast, and, according to our book, a tough one. Yeah, well, in reality 2’000 feet are not even 600 meters and to be honest, that hill wasn’t all that bad. The grade was ok, the forest nice and the fact that we climbed out of the fog into the sunlight made it even better. It was sunny also on the other side. Standish-Hickey SP had a nice hiker/biker site hat even got some direct sunshine. The next day the road followed the beautiful South Fork Eel River and later led us through one of the most awesome and awe-inspiring places. The Avenue of the Giants brought us right in the middle of several old growth Redwood Groves with trees so big and majestic I felt I lacked the words to describe my feelings. The biggest ones must be around four meters in diameter and up to 2'000 years old!. That was just incredible. Equally incredible is the fact that there are some of these huge trees left while most of them have been cut down by loggers. The Burlington Campground in the Humbolt Redwood SP was, obviously, also located in the forest, not in an old part, but it was still quite cool for the lack of sunlight. The following morning was still cold but we had another stretch of the same old mammoth trees, so that was ok with me.

When we approached Eureka that afternoon a local cyclist offered us to stay at his home for the night. We were completely taken by surprise but it wouldn’t even occur to us to refuse. Who wouldn’t swap a humid tent for the cozy room we got and a dryer to completely dry und fluff our sleeping bags. Not to mention the good food and friendly atmosphere with the young family. We also enjoyed an outstanding breakfast before taking off in the morning. We had only a short day ahead of us and the next day was going to be a rest day with a Warmshowers Lady in Trinidad. We cycled several miles through agricultural land and along an old section of highway 1 that snaked its way on a high cliff above the sea. It was easy to find the address and, following our hosts instructions, got into the house. Carol was working and would only come home in the evening.

Two days later we set out again. Thanks a lot for your hospitality, Carol. That day was more often than not wet, Martina even had the “luck” of having to fix a flat in the pouring rain. The afternoon was sort of dryish but there was no SP along our route. At the Mystic Forest RV Resort we got permission to pitch our tent in the misty forest. They said they have all kinds of wildlife sneaking around, even bears. Why they don’t provide save boxes for campers’ food is a mystery to me. It rained cats and dogs all night and in the morning we even got a short hail shower. We started out wet but the rain soon stopped. We had to climb another hill and when we reached Crescent City the sun was shining. What a deceitful weather. We were just having a coffee and were drying some stuff at a gas station when the next hail storm moved in. Luckily we had a roof to escape under. Although it hailed hard it didn’t last very long and the sun got back out soon. It was all flat now and we even had tailwind which was a quite fun experience. Later that afternoon we crossed the border into Oregon.

Oregon

We found Harris Beach SP only a few miles after Brookings and were impressed. The hiker/biker area was neat, there were many food-boxes available and the toilet and shower facilities were of a high standard. Wow, was Oregon always going to be like this? It hardly rained that night and the morning was bright enough. But it was windy, or rather stormy. It blew from the South which would have been a good thing if it wasn’t a bad sign. And it was a gusty wind, also blowing from either left, almost driving us off the road, or from the right, pushing us into the road. Both options weren’t all that appealing. Sometimes we saw the sun for a while, or it drizzled for a few minutes. It would have been a nice stretch with many Vista Points but why bother if all you can see is grey fog? We arrived in Gold Beach shortly after noon and decided to find a safe place as none of us felt very comfortable on the road with this storm. So we picked a nice and not too expensive motel and, later that afternoon, enjoyed watching the heavy rain trying to drown the world while we were warm and comfortably sitting in our room. We also called Steve, a guy from North Bend who we had met in Matzatlan and who had invited us to stay a few days in his house should the weather be bad. And the forecast made clear it was going to be bad, real bad. So, the next morning, as soon as the snow that had fallen during the night was cleared off the streets, he came to pick us up. It wasn’t far, maybe another day and a half on the bikes but we didn’t feel like cycling that if we had a choice. And we were happy we hadn’t spent the night in a campground and so didn’t have to dig our tent out of the six inches of snow. Steve had a nice little house in North Bend and, apparently, another one someplace else. So, the next day he took off, leaving his house to us. We spent several days there, always checking the weather forecast which was continually horrible. But we found out that, although it rained hard every day, it didn’t rain non-stop. Usually there were a few sunny hours so we figured we might as well get on the road again. Steve, thank you very much for letting us stay in your house, we were so happy to have a warm and dry place while the weather was so bad!

That weather pattern didn’t change. On our first day after North Bend, the rain and the sun took turns. We had a slight tailwind and it wasn’t too hilly so we made good way, only to find out that the campground where we had planned to stay was closed. The storm had downed trees who, in turn, had taken power lines down which meant there was no water in the SP. We considered wild camping but where? The dense forests weren’t suitable for tents nor were the swampy meadows. Although the weather wasn’t too bad we had to stay in a motel in Florence. We expected the same problem the next day. It was cold, several hail showers attacked us and after a long day, indeed, Bevely Beach SP was closed. But this time there was no town nearby. So we went in to check anyway and found a very nice guy who understood our problem and even opened the girls’ toilet for us. This is where we camped out. It was Oregon standard again, clean, roomy and even a little heated. This was the second and last SP we got to know in Oregon. We had hoped to be able to stay with some Warmshowers along the way, but they were all either not there or already taken. The next day we had no hail, but neither any sun. It was just grey in grey all day long. We climbed a hill of some 750 feet, which is not very high but on the top there was still quite a lot of snow, about a week old, but still there. We found another motel in Pacific City and at least it rained a lot that afternoon, so it was worth the money. The next day brought more grey, more hills and, to our surprise, two touring cyclists. We chatted for a while and exchanged stories. In Tillamook, Martina had to fix yet another flat but had a decent roof this time which was lucky because it was pouring down again. We made it to the small town of Garibaldi where we checked in a pretty (but expensive) motel. We had one day left to Seaside where we would leave our bikes, take a bus to Seattle from where we would fly home as a surprise birthday present for our mothers who both turned 60 that spring. And it didn’t even rain on that last day. Not as long as we were on the road anyway. We found the house without getting lost and met Neil, a very cool, energetic guy who lives alone but is busy as an athletics coach and who has an interesting guestbook from filled by the many Warmshowers and Couchsurfing guests who had stayed at his place.

As Neil went to visit his daughter who lives in Portland he gave us a ride there and dropped us at the Greyhound terminal. Travelling by bus in the US was a bit more complicated than in most Latin American countries. We had to be there an hour prior to departure to get our tickets. So far so good. The gate number didn’t show either on the ticket nor anywhere in the terminal so we just hoped we understood the mumbling ticket guy correctly. Then we had to wait and wait and wait. Unlike most Latino buses the Greyhound was over an hour late. As soon as people saw some movement at the gate, a line started to build and we had to race there as having a ticket doesn’t mean having a seat in the bus. It’s first come first serve, if there are no more free seats you don’t get on the bus. So we made sure we got our seats. Apart from three snowy mountains, the Mounts Hood, St. Helens and Rainier, there weren’t many exciting things to see on our way to Seattle. There our WS hosts, Vince and Cathy, picked us up at the terminal. We spent several days in Seattle, doing more shopping at REI, Martina brought the tent to Hilleberg to have the zippers replaced etc.

On March 28 we took a plane to San Francisco from where we flew home to Zurich. The surprise worked out well in both cases and we spent some ten days, including Easter (mmm, chocolate eggs and bunnies!), with our families, both of us catching a nasty cold. But it was good to see everybody, in particular the youngsters who had changed quite a bit in over two years, or the newest family member who was hardly two months old. On April 11 we flew back to Seattle and the next day we took a bus to Portland and Seaside. Cathy and Vince, thank you so much for the nice time we spent with you, for the good food and for the most comfortable bed in the world! After two more days in Seaside we packed our bikes again. Also many thanks to Neil, a very welcoming and interesting host, good luck with your track racers.

This first day after a longer break was easy. The weather was good, the land flat and no head wind. The most exciting thing probably was the border to the state Washington which consisted of a veeery long bridge crossing the huge Columbia River. Unlike many other bridges this one was actually fun to cycle because it had a little shoulder.

Washington

In Washington nothing changed. It was still sunny and flat. To our surprise we met Steve, sitting in his white van at the other side of the road. He’d been moving stuff around, and, as he knew we would be on the road again, figured he’d watch out for us. We didn’t have a very long stretch that day and in the early afternoon we arrived at Cape Disappointment SP. The hiker/biker site was ok but the facilities were nothing near as neat as in Oregon. And, being in Washington, it rained in the evening and all night. It stopped in the morning and mostly stayed that way. The countryside was hillier than the day before but nothing hard. We had planned to stay at the Bruceport Country Park but it was closed and as there was no running water we had to keep going. In Raymond we found a none-pensive RV Resort that allowed tents. And we got some sun and could dry out humid stuff. The next day didn’t work out as planned. The idea was to cycle to Westport and take the ferry to Ocean Shores and stay at the Ocean Beach SP. Problem was, there was no ferry, it hasn’t run for about four years. Anyway, we had to keep going, enjoying the rain and cold until we reached Aberdeen. There were no campgrounds in that desolate city which was a good excuse to stay in a motel. The nice guy there even gave us a $ 15 discount! It was still sort of shabby but warm and dry.

It kept raining on and off all next day. It didn’t come as a surprise, we knew that this side of the Olympic Peninsula is a very wet spot. And there is a reason why there is a rainforest growing. At least that’s what’s happening in the protected areas where the loggers can’t shave bare the landscape. These logging trucks were a continuous nuisance, going fast, splashing water and not always keeping their distance. We run into the problem of closed campgrounds again but this time we found a place to get water, so nothings prevented us from staying at the Wallaby Campground on the shore of Quinault Lake. The rain even stopped in the afternoon. Later two more cyclists showed up, two young guys from Olympia on a three day trip. The next day they passed us during our first break, we passed them when they took a break and so on. It was very wet again as we approached the rainiest areas of the peninsula. In Kalaloch a ranger suggested us a B&B and even called for us to find out the price. For $ 40 per room, breakfast included, we were more than willing to pedal some 14 miles more through the downpour. Ho Humm Ranch really was a friendly place and watching a meadow slowly be drowned by more and more puddles was much more fun from the window of a warm room than it would have been on a lousy campground. It still rained a little in the morning but soon stopped and there was the sun, all yellow, shiny and warm. We had to climb a hill that was so gradual that we hardly noticed it. We did notice the descent, though, which ended at Fairholm Campground in the Olympic National Park close to Crescent Lake. Apparently, there’s bears living there and people are clearly instructed to not only store food in the metal boxes but also toiletries like soap, toothpaste and any other “smelly item”. Smelly items, hmm, and what about us? Whether or not we take a shower, we’re smelly. Either of sweat or soap, so what exactly are we to do with ourselves? Well, obviously, we slept in the tent and no bear or cougar or even raccoon came to take a bite.

The day we arrived in Port Angeles was bright and sunny. It hadn't been far and we only stayed there because we had managed to organize a WS place. But we appreciated the short pedaling day, the time to stock up on food and just hang out in the sun and walk around town. Ian came home in the afternoon after a day of volunteer work cleaning beaches. He was an interesting person to talk to and we enjoyed the evening at his house. Thanks Ian, it was a pleasure meeting you. We also had a WS place in Port Townsend. And it was sunny again! Hard to believe. It also was a little hilly, just to avoid boredom. We made it to Port Townsend by mid-afternoon, spent an hour looking for the indicated address and then two hours waiting for somebody to come home. Around 6 o’clock a young woman showed up, one of the four people living there. She let us in, explained how things worked and, as she gave us her room that night, disappeared again. We never met the rest of the folks, not in the evening and not in the morning. We took the ferry at 8 o’clock and were a bit worried by all the fog. It certainly looked as it was going to rain on the island. It didn’t. We crossed Coupeville and chose not the main highway but a side road that turned out to be much hillier. What a surprise. Anyway, we made it to Deception Pass SP until noon, so we decided to keep going. Deception Pass itself was worth a stop. It’s a narrow sea straight, named by George Vancouver who was disappointed by it but I don’t remember what the disappointing part was. It had a cool bridge and was a pretty sight. Just after that bridge we should have turned off the highway going to Anacortes but we missed that road. We only became aware of that when we saw the sign pointing to the center of Anacortes. Like it or not, we now had to take the busy highway but were surprised when the turn-off to Bay View came faster than we expected. Yes, we found that one! Now it was only a few miles to Bay View SP where we pitched our tent for the last time before another long break. It wasn’t far to Bellingham anymore and I figure it would have been pretty had it not rained cats and dogs all day. We got there early and as Shana and Rowan, tow cyclists we had met in La Paz on the Baja California, only came home later in the afternoon, we spent the remaining time in a nice and warm café.

We stayed several days in Bellingham and brought our bikes to a bike shop to have them “tuned up” for the trip to Alaska and Northern Canada. Then we went to Vancouver where Martina visited a friend and I stayed with my host family from back in 2002 when I did my six-month language stay there. It was very nice to meet them again and I truly enjoyed doing almost nothing but just be there and talk to them. The weather wasn’t that great so not all attempts to do something were successful. On a two-day trip to Vancouver Island I was luckier and could actually do a hike tor two without getting drenched to the skin. All too soon we had to go back to Bellingham. Billie, Nizam and Sahar, thank you so much for the wonderful time I had at your home, for the good food, your care and, of course, for the magic raisins!

Back in Bellingham we got our bikes back, bought microwavable food and got our luggage ready. On May 12 we said goodbye to our friends and boarded the ferry to Alaska. Shana, Rowan and everybody at the Oasis, thanks to you too, we had a good time and met many interesting people there. Now, the last big part of our journey in the Americas had begun. After Alaska, our big project is cycling the Dempster Highway, some 750 kilometers of gravel road leading to Inuvik, Canada’s northernmost city above the Arctic Circle.