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Sonntag, 29. Januar 2012

Lateinamerika Rückblick

Also erst mal off-topic: Ganz herzliche Gratulation an Renée und Res zur Geburt ihres Sohnes Nick! Schade, dass ich einmal mehr nur mit Fotos vorlieb nehmen muss, aber auch da sieht der Winzling mega schnüsig aus. Ich wünsche den jungen Eltern ganz viel Freude, Geduld, Ausdauer und was man eben alles so braucht in dem Moment und für die nächsten paar Jahre.



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Das Ende steht bevor. Nicht gerade das der ganzen Welt oder zumindest der Reise, aber doch immerhin unseres Aufenthaltes im Spanisch sprechenden Teil Amerikas. Das ist hart. Nicht nur, weil die Medien uns  ein Leben lang ein fieses Bild der USA vermittelt haben, sondern vielmehr weil unsere eignen Erfahrungen in den letzten zwei Jahren die meisten von denselben Medien (und Berichte anderer Velofahrer) vermittelten gemeinen Bilder so vieler Latino-Länder widerlegt haben. Ich weiss gar nicht recht, wo ich beginnen soll und bestimmt ist ein solcher Rückblick etwas unfair gegenüber schon lange verlassenen Ländern in Südamerika, einfach, weil da die Erinnerungen nicht mehr so frisch sind und von so vielen neuen Eindrücken überlagert werden. Aber ich werde mal versuchen, mich an jedes Land und die entsprechenden Vorurteile, so es denn welche gab, einzeln zu erinnern.


VORURTEILE UND REALITÄTEN

Argentinien
Die Argentinier seien sauschlechte Autofahrer, gewisse Strassen damit gefährlich für Ciclistas.

Nun, wir waren in Argentinien zum Glück nie auf so richtig grossen, vielbefahrenen Transitstrecken unterwegs, wo das vielleicht zutrifft. Ich habe die Argentinier jedenfalls nicht als speziell agressive Fahrer erlebt.

Chile
Keine negativen Bilder die es zu widerlegen galt.

Bolivien
Auch hier, hartes Klima auf den Strassen. Dass das Land sehr arm ist, war nicht in dem Sinne ein negatives Bild, sondern schlicht eine Tatsache, die sich auch bestätigt hat.

Auch in Bolivien waren wir nicht extrem viel auf stark befahrenen Strassen unterwegs, die Strecke Potosí - La Paz war jedoch verkehrsmässig relativ harmlos mit Ausnahme der Einzugsbereiche/Zentren der Städte Oruro und La Paz. Martina wurde im Busterminal in La Paz beklaut.

Perú
Die Peruaner seien Gringos gegenüber unfreudlich, werfen Steine/Kartoffel, schreien "Gringo!" und klauen viel.

Die Gringo-Rufe stimmen, je nach Region mehr oder weniger, i.d.R. sind es jedoch die Kinder, meist waren die Rufe auch nicht unfreundlich gemeint. In/um einige Dörfer wurden wir sehr reserviert behandelt, d.h. ignoriert, selbst wenn wir grüssten. Das war aber sehr regional und konnte von Dorf zu Dorf stark varieren. Oft wurden wir auch enthusiastisch von einer Schar Kinder empfangen, Grüsse wurden i.d.R. erwiedert und wir wurden auch von völlig Unbekannten eingeladen, sei es zum Mittagessen, zu einem Teller Suppe oder es wurden uns Früchte geschenkt. In Cusco versuchte eine Gruppe älterer Señoras, mich zu beklauen, hat aber nicht geklappt. Sonst gab es keine Zwischenfälle. Verkehrsmässig war Perú für uns das übelste Land in Lateinamerika, Autofahrer hupen dauernd (was v.a. nervt) und sind absolut rücksichtslos. Auch die Hunde Perús waren die agressivsten überhaupt.

Ecuador
Auch Ecuador sei nicht gerade das sicherste Reiseland, es seien schon Überfälle auf Ciclistas vorgekommen.

Wir fühlten uns in Ecuador so sicher wie überall in Lateinamerika auch. In Quito muss man aber durchaus vorsichtig sein, wie in Cusco locken die vielen Touristen auch viele unehrliche Zeitgenossen an. Martina wurde im Bus nach Otavalo Geld geklaut. Die Hunde sind z.T. so mühsam wie in Perú.

Kolumbien
Uhh, Kolumbien hatte natürlich ein superschlechtes Image, zumindest was die Medien betrifft. Schlagworte: Guerilla, Drogen, Kriminalität. Berichte anderer Velofahrer sprachen jedoch eine ganz andere Sprache, insofern hatte Kolumbien im Gegenteil ziemlich hohe positive Erwartungen zu erfüllen, was z.B. die Freundlichkeit der Leute betrifft.

Im Süden Kolumbiens sind die FARC noch immer aktiv, deshalb hohe Militär- und Polizeipräsenz. Wir haben auf diese Leute gehört und hatten nie irgendwelche Probleme. Die Kolumbianer waren fast ausnahmslos extrem nett und hilfsbereit, ja erfreut über die Anwesenheit von Ausländern/Touristen in ihrem Land. Die hohen Erwartungen hat das Land/die Kolumbianer mit Bravour erfüllt.

Panamá
Keine wirklich negativen Vorurteile. Wir hatten gehört, Panamá sei teuer und sehr amerikanisiert.

Stimmt, in Panama City dominieren amerikanische Laden- und Restaurantketten das Bild, das Land ist teurer als z.B. Kolumbien. Die überaus netten Panameños, insb. die Bomberos haben das aber relativiert, wir konnten sehr oft gratis übernachten.

Costa Rica
Das "offizielle" Vorurteil von Costa Rica ist eigentlich ein sehr gutes. Etwa 25 % des Landes sind Nationalparks, es ist neutral und hat keine Armee. Klingt eigentlich sehr sympathisch.

Das Land ist schweineteuer. Wir haben keinen Nationalpark gesehen, da wir nicht bereit waren, solche Preise zu bezahlen. Wir hatten einen äusserst schlechten Einstieg im Land, Martina wurde in Puerto Limón beklaut, viele Leute dort waren extrem unsympathisch und unfreundlich, die Hotels verhältnismässig bis sehr schlecht für recht hohe Preise. Das hat sich später etwas relativiert, zumindest was die Leute betrifft. Auch viele Ticos sind Touris gegenüber hilfsbereit und aufgeschlossen.

Nicaragua
Was haben wir da erwartet? In den Medien existiert das Land kaum, Ciclistas meinten es sei arm und darum günstig, die Leute seien freundlich.

Nicaragua ist sicher arm, im Gegensatz zu Bolivien oder Perú trotzdem nicht sonderlich günstig. Die Leute sind sicher nett, die Männer aber so aufdringlich/primitiv, dass sie unser insgesamt gutes Bild von Nicaragua ziemlich beeinträchtigt haben.

Honduras
Wird in den Medien auch kaum erwähnt. Weibliche Ciclistas fanden schon, die Männer seien nervig, wohl etwa so, wie wir die Nicas empfunden haben.

Zwei Tage in Honduras war zu wenig, um eine Aussage zu machen. Am ersten Tag kam kaum ein blöder (männlicher) Spruch, besoffene Typen in Städten sind aber auch in Honduras nicht unser Ding.

El Salvador
El Salvador wird oft als gefährlich bezeichnet, viele Gangs (Maras), Drogenkriminalität, insgesamt eher instabil und mit brutaler Bürgerkriegsvergangenheit.

Yep, vor fast jedem Laden, bei jeder Tankstelle etc. steht ein Bewaffneter mit Pump-Gun. Vermutlich nicht aus Jux, wir fühlten uns aber sicher, wurden auch nie bedroht oder dumm angemacht. Die Männer sind höflicher als in Nicaragua. Wir haben uns aber kaum in grösseren Städten aufgehalten, gerade in San Salvador  gibt es bestimmt nicht empfehlenswerte Quartiere.

Guatemala
Soll auch gefährlich sein, v.a. wegen wegen organisierten Drogenbanden und der üblichen Kriminalität und Instabilität in einem Land mit langer Bürgerkriegsvergangenheit.

Hohe Polizeipräsenz in den Städten. Auf Nebenstrassen wurden wir von Einheimischen öfters gewarnt, die Region sei nicht sicher, passiert ist nie etwas. Die Leute sind oft eher zurückhaltend (Indígena), wenn wir aber gefragt haben, wurde uns immer geholfen (z.B. Übernachtung bei Kirchen, wenn es keine Unterkünfte gab).

Belize
Ich hatte kaum ein Bild von Belize, in unseren Medien spielt das Ländli keine Rolle.

Belize war ein Preisschock nach Guatemala, betr. Sicherheit waren wir aber nie besorgt. Wie wir später hörten, ist das Land aber durchaus nicht sicherer als der Rest von Lateinamerika, was aber schliesslich auch nie jemand behauptet hat.

Mexiko
Drogenkrieg in Mexiko!!!!!! Lastwagen voller Toten gefunden, Polizeichef ermordet!!!!!! Schiesserei hier, Massaker da!!!!!!!!! Mexikaner sind die schlimmsten Autofahrer überhaupt und dazu erst noch elende Obermachos. Zwei Frauen "allein" in Mexiko muss also fast Selbstmord gleichkommen!!!

Unsere Familien hatten ihrer Sorge über unseren Aufenthalt in Mexiko durchaus Ausdruck verliehen und wir behaupten auch nicht, die Sicherheit hier nicht ernst genommen zu haben. Die Polizeipräsenz ist hier auch hoch, in gewissen Gegenden sogar extrem hoch. Polizei- und Militär-Pick-ups haben festinstallierte Maschinengewehre auf den Ladenflächen, die immer bemannt sind und schussbereit aussehen, bei Strassenkontrollen stehen auch mal Radpanzer herum. Wir wurden mehr als einmal von Polizisten oder Privatpersonen darauf aufmerksam gemacht, dass wir uns in nicht sicherer Gegend aufhalten und doch bitte aufpassen sollten. Wir haben solche Warnungen nie ausser Acht gelassen, viel mehr als weiterfahren konnten wir aber eh nicht machen. Es hat uns in fast sechs Monaten in Mexiko nie jemand bedroht, niemand hat auch nur versucht, uns zu beklauen! Die Leute sind nett und hilfsbereit, zwei Chicas gegenüber sowieso. Dank den Cuotas ("Zahlstrassen") mit breiten Seitenstreifen hatten wir auf den Strassen i.d.R. keine Probleme, auch auf den normalen, engen Strassen wurde es selten kritisch (ausser auf der Baja California). Abgesehen von zwei eher speziellen Fällen waren auch die Männer i.d.R. durchaus in Ordnung.

Insgesamt lässt sich also mit supergutem Gewissen sagen, dass Lateinamerika, wenn mit etwas gesundem Menschenverstand bereist, bei weitem weniger gefährlich ist als gerne behauptet wird. Wie viel Glück da im Spiel war, können wir natürlich nicht so genau sagen, da wir aber auch von anderen Ciclistas selten (nicht nie!) negative Sachen hörten, nehmen wir an, dass positive Erfahrungen der Alltag, Negatives die Ausnahme sind. Viele Leute fragen uns auch, welches unser Lieblingsland war. Auf diese Frage gibt es schlicht keine Antwort, zu unterschiedlich sind Länder und Leute. Da es aber in fast jedem Land Highlights gab, mache ich nochmals eine Liste mit dem, was mir persönlich jeweils am besten gefallen hat.


HIGHLIGHTS ZWISCHEN USHUAIA UND TIJUANA

Argentinien
Parque Nacional los Glaciares: Gletscher Perito Moreno und Gegend um El Chaltén (Fitzroy und Cerro Torre). Paso Jama.


Chile
Carretera Austral.


Bolivien
Lagunen Route.


Perú
Machu Picchu, Trekking in den Cordilleras Blanca und Huayhuash. Casa de Ciclistas in Trujillo.


Ecuador
Cuenca, Teilnahme am Huaira Sinchi, Casa de Ciclistas in Tumbaco.


Kolumbien
Die Kolumbianer als extrem gastfreundliches, offenes und hilfsbereites Volk. Hier etwas zu verlinken würde wohl nicht viel bringen, da das vermutlich sämtliche Kolumbien-Posts betreffen würde.


Panamá
Panama-Kanal, Inseln Bocas del Toro.


Costa Rica
Intakte Natur und wilde Tiere.



Nicaragua
Cañon de Somoto.


El Salvador
Die Pazifikküste mit ihren Megawellen.


Guatemala
Lago Atitlan, Tikal.


Mexiko
Cenotes, Chichén Itzá, Palenque, Landschaft zwischen Durango und Mazatlán, Baja California.



Der Grenzübertritt in die USA steht nun unmittelbar bevor. Für uns, wie ihr vermutlich schon erraten habt, einen viel grösseren emotionalen Schritt als der Wechsel von Süd- nach Mittelamerika. Das war mehr geographisch gewesen, aber alles in allem hat sich zwischen Kolumbien und Panama nicht so viel geändert. Jetzt wird ALLES anders werden, und beginnen wird das mit dem Durchschlupf durch den Tortillavorhang. In Lateinamerika waren Grenzübertritte meist eine kurze und unkomplizierte Sache gewesen, aber von Mexiko nach Gringolandia? Sollte das alles etwas skeptisch klingen, wir bemühen uns um eine offene Einstellung und sind bereit, uns von den Amis überzeugen zu lassen, dass auch in ihrem Fall die Vorurteile nicht gerechtfertigt waren. Aber vorerst mal: Adios amigo/as, adios Latino America, que les vaya bien!

Mittwoch, 5. Mai 2010

¡No podés pasar! Pass wegen Schnee gesperrt

Wer glaubt's denn, da regnet es in San Pedro de Atacama etwa alle zwei Jahre und gerade dann wollen wir ueber den Paso Jama. Das Problem dabei ist, wenn es in San Pedro regnet, schneit es auf dem Pass und die Strassen sind gesperrt.

Aber der Reihe nach. Wir sind eines fruehen Morgens von Susques aus losgefahren, in Begleitung von Matthias, eines Deutschen Radfahrers, den wir dort im Hostal getroffen hatten. Nach den obligaten paar Huegeln kamen wir runter auf die Ebene des Salars Olaroz, wo wir zwar Rueckenwind hatten, es aber leider auch regnete. Um den Mittag rum klarte es auf und wir freuten uns schon ueber die Sonne, die leider nicht lange anhielt. Am spaeteren Nachmittag machte Matthias eine Pause, da er sich nicht wohl fuehlte, und schickte uns voraus. Schlechten Gewissens fuhren wir weiter, immer auf eine graue Wolkenwand zu. Schon nach ein paar Kilometern mussten wir das Regenzeug anziehen und kurz darauf waren wir uns mitten in der Regenfront. Wir befanden uns auf einer Hochebene, das Land war wieder einmal platt wie gebuegelt, und es existierten noch zwei Farben: unten braun, oben grau. Ob da noch Berge drumherum waren, war unmoeglich zu erkennen.



Da wir auf ca. 4'200 Metern Hoehe waren, wurde aus dem Regen bald Schnee. In diesem flachen Land war an campen nicht zu denken, nicht bei diesem Wind, der unglaublicherweise immer noch von hinten blies. Darum entschieden wir uns auch, die - wie wir annahmen - 105 km bis zur Grenzstation durchzuziehen. Aus den 105 wurden schliesslich ueber 117 km, aber wir schaften die Strecke noch vor Einbruch der Dunkelheit. Neuerdings gibt es in dem kleinen Dorf Jama eine Tankstelle mit Motel, was uns jedoch zu teuer war. Wir fragten bei den Grenzbeamten, ob es eine andere Uebernachtungsmoeglichkeit gaebe und bekamen eine staubige Garage angeboten. Da es dort trocken und windgeschuetzt war, nahmen wir dankend an. Bevor wir dort drinnen das Zelt aufstellten, ging ich nochmals zu den Polizisten und bat sie, nach Matthias zu suchen. Mir war gar nicht wohl bei dem Gedanken, dass wir ihn alleine zurueckgelassen hatten. Die hilfsbereiten Herren kehrten jedoch erfolglos von der Suche zurueck, weshalb wir vermuteten, dass der Deutsche nach Susques zurueckgehitched war.

Am naechsten Morgen war der Himmel strahlend blau und die umliegenden Huegel weiss. Wir gingen erst mal zur Tankstelle etwas heisses trinken und entschieden danach, weiterzufahren (d.h. Flo entschied und Martina und ich gingen eben mit). Wir hatten etwa 5 km hinter uns und gerade die Grenze nach Chile passiert, als ein uns Fahrzeug der argentinischen Gendarmeria ueberholte und uns anhielt. Die Polizisten fanden, wir sollten umkehren, das Wetter weiter oben sei schlecht und die Strasse verschneit. Martina und ich waren sofort einverstanden, Flo fand die Idee total daneben. Wir hatten ihn gerade so knapp davon ueberzeugt, zurueckzufahren, als eine Gruppe Motorradfahrern ankam, die meinten, es sei kein Problem ueber den Pass zu fahren, es haette zwar Schnee aber die Strasse sei gut befahrbar. Also fuhren wir weiter.

Trockene Landschaft mit verschneiten Bergen im Hintergrund


Es ging wieder einmal bergauf, nicht steil zwar, aber gegen den Wind und es war kalt. Nach rund 22 km schneite es wieder und wir suchten hinter ein paar Felsen Deckung um etwas zu essen. Nachdem sich das Wetter kurz beruhigt hatte, begann ein regelrechter Schneesturm. Martina und ich hatten so kalt, dass wir uns weigerten, weiterzufahren. In Wind und Wetter stellten wir schliesslich die Zelte auf und krochen in die Schlafsaecke.

Ueber Nacht hatte sich das Wetter einmal mehr beruhigt und wir machten uns auf den Weg. Auch wenn die Sonne schien, war es eiskalt und gegen diesen Wind anzukaempfen war ziemlich witzlos. Zum Glueck gab es dort noch mehr Felsen, wo wir Schutz suchten (und halbwegs fanden). Nach einer heftigen Diskussion beschlossen wir zu versuchen, ein Auto bzw. Laster anzuhalten, der uns nach San Pedro mitnehmen koennte. Es fuhren aber keine Autos, anscheinend war der Pass gesperrt. Da es zu kalt war um noch laenger zu warten, kehrten wir nach Argentinien zurueck. Das ging ruck-zuck, mit Rueckenwind und bergab waren wir innert kuerzester Zeit wieder beim Grenzposten. Auf dem Rueckweg trafen wir Matthias. Er hatte das Unwetter unbeschadet ueberstanden, ja es hatte ihn gar nie erreicht. Er war am Tag zuvor bei der Grenze angekommen, wurde wegen der gesperrten Strasse aber nicht durchgelassen. Trotzt des starken Windes wollte er jetzt weiter.

Zurueck beim Polizeiposten fragten die besorgten Beamten, wass denn passiert sei, und wir schilderten unsere Story. Dann warteten wir, ob allenfalls der Pass wieder geoeffnet und ob sich ein Lasterfahrer finden wuerde, der uns mitnehmen koennte. Nach einigen Stunden kam jedoch der Bescheid von chilenischer Seite, dass der Pass an diesem Tag endgueltig geschlossen bleiben wuerde. Da wir immer noch frohren und keine Lust auf eine weitere kalte Nacht in der Garage hatten, bezogen wir ein Zimmer im Motel. Ironischerweise gab es dort zwar eine Heizung, die aber nicht funktionierte, also frohren wir weiter.

Am naechsten Morgen war der Pass noch immer gesperrt und der Vorsteher der Station sprach ganz gezielt Flo an: "El paso está cerrado. !No podés pasar!" Der Pass ist geschlossen, Du kannst nicht durch. Das letzte Mal haetten wir uns schon in Chile befunden, deshalb haette er nichts machen koennen, aber jetzt wuerde er uns nicht durchlassen. Punkt, Ende der Diskussion. Also setzten wir uns in die Sonne und warteten auf News.

Die knapp zwei Stunden spaeter auch ploetzlich kamen. Zwei chilenische Pickups brachten die Nachricht, dass die Strasse offen sei. So bildete sich erst mal eine lange Schlange vor der Migración, immerhin hatten auch drei Busse und eine Menge Autos gewartet. Waehrend wir warteten, organisierten wir fuer Martina einen Transfer nach San Pedro. Sie hatte mit ihrer Erkaeltung keine Lust mehr, ueber den kalten Pass zu fahren. Netterweise erklaerten sich die Leute der chilenischen Vialidad, der Strassenbehoerde, bereit, sie mitzunehmen. Flo und ich fuhren auch ein paar Kilometer mit um in etwa dort weiterzumachen, wo wir am Vortag umgekehrt waren.

An diesem Nachmittag fuhren wir zu unserem Glueck gegen nur schwachen Wind und durch eine wenn auch oede, aber schoene Landschaft mit Lagunen und Vicuñas, kleineren, wilden Verwandten der Lamas. Wir campten hinter ein paar Felsen und richteten uns auf eine kalte Nacht ein. Am Morgen zeigte das Thermometer ausserhalb des Zeltes -8 Grad an. Wrrr, das war kalt. Der Bidon im Aussenzelt war komplet durchgefrohren. Zum Glueck ging die Sonne bald auf und die Strasse fuehrte ernsthaft bergwaerts, wir kamen also schnell ins Schwitzen.

Was mich allerdings weit mehr stresste als die steile Steigung, war meine Fahrradkette, die ich in Mendoza neu montiert hatte. Im leichtesten Gang faellt sie dauernd raus. Das Problem hatte ich schon seit Purmamarca, an jenem Morgen war es aber extrem. Ich kam gerade mal 10 - 100 Meter weit, bis ich absteigen musste und die Kette wieder ins Zahnrad basteln. Und mit Handschuhen geht das schlecht. Voellig entnervt schob ich das Velo die letzten paar hundert Meter den Pass hinauf. Oben warteten Flo und Matthias, der etwa 5 km vor uns gecampt hatte und den wir jetzt eingeholt hatten.

Auf dem Paso de Jama, 4'838 Meter hoch


Auf der anderen Seite ging es dann rasant etwa 300 Meter in ein Tal hinunter. Auf dem Weg dorthin habe ich einen Schmetterling gesehen! Dass Voegel und Vicuñas an so einem Ort leben koennen geht ja noch. Aber was dieser Schmetterling dort oben weit ab von jeder Blume gesucht hat, ist mit absolut schleierhaft! Unten im Tal fanden wir zu unserer Ueberraschung eine grosse Wiese, Baeche und kleine Weiher. Fuer die heimische Fauna ein richtiges Schlarffenland.



Nach ein paar Kilometern im flachen Tal ging es wieder die Huegel hoch. Ich fand die Landschaft dort extrem faszinierend. Sie ist fast voellig trocken, wir konnten keine Grasbueschelchen mehr erkennen, alles nur rotbraune Erde und Steine. Es gab aber durchaus verschiedene Rot-, Braun- und Gelbtoene, die sich in eleganten Mustern durch die Huegel und Berge zogen. Das Land ist unberuehrt bis auf die gelegentlichen Autospuren oder die Narbe einer Gaspipline, die in der Unendlichkeit verschwindet. Ah ja, es hat auch noch ein paar Antennen, die irgendwelche astronomische Informationen enpfangen. Sonst gibt es da rein gar nichts. Diese Hochebene liegt auf ca. 4'600-4'800 Metern und ist wortwoertlich atemberaubend. Dass wir dort, in einer so unwirtlichen Region, Vicuñas sahen, hat uns doch ueberrascht. Warum waren die nicht im Paradis im Tal unten? Was die dort oben zu fressen fanden, haben wir nie herausgefunden.



Weiter ging's, immer rauf und runter, wieder rauf und runter, bis zur zweiten Passhoehe ueber 4'800 Metern. Inzwischen blies wieder ein kalter Wind und wir waren nicht mehr so sicher, dass wir es an jenem Tag noch bis San Pedro de Atacama schaffen wuerden. Wir erwarteten sehnlichst die Abzweigung nach Bolivien, da es gemaess Velobuch danach endgueltig abwaerts gehen soll. Die Abzweigung kam dann auch, ganz anonym, ohne irgendwelche Ankuendigung. Einzig ein kleines gruenes Schild mit einer Strassennummer und einem "B" wiesen darauf hin, dass die Strasse nach Bolivien fuehrte.

Oben auf dem Pass hat es noch Schnee, unten liegt die Atacama, eine der normalerweise trockensten Wuesten der Welt.


Diese Abfahrt war es wert gewesen, dafuer lange auf und ab zu fahren. Es geht da in etwa 25 km ueber 2'000 Meter runter! Nach ein paar Minuten runterfetzen sah ich ploetzlich zwei Leute am Strassenrand stehen und winken. Marlis und Matthias, auf dem Weg nach Bolivien. Flo musste erst angeschrien werden, bis er realisierte, wer da winkte, aber er war es dann, der vorschlug dort mit den beiden zu campen und am naechsten Morgen nach San Pedro zu fahren. Fuer mich kam das etwas ueberraschend, nachdem er so darauf bestanden hatte, am selben Tag dort anzukommen. Aber gut, umso besser. Wir tauschten alle moeglichen Informationen und Erfahrungen aus und ich war wieder beeindruckt, wie genau Marlis unseren Blog kennt. Man koennte meinen, sie haette die Texte auswendig gelernt.

Da es bald kalt wurde, verzogen wir uns alle in die Zelte. Angeblich wurde es in dieser Nacht nur -3 Grad kalt, was wir als deutliche Verbesserung ansahen. Den Rest der Abfahrt am Morgen genossen wir in der Morgensonne, immer im Wissen, dass wir da in ein paar Tagen wieder rauf muessen. Ein interessantes Detail dieser Strasse: In den wirklich steilen Abschnitten hat es etwa pro Kilometer eine "Pista Emergencia". Das ist eine etwa 200 Meter lange, mit Kies aufgefuellte Spur, das in huebschen Wellen "frisiert" ist, und in einen grossen Sandhaufen muendet. Es waere sicher ein spektakulaerer Anblick, wenn ein Laster dort hineinblocht, weil er nicht mehr bremsen kann.

In San Pedro erwartete uns das uebliche Einreiseprozedere von Chile. Wie von Marlis und Matthias angekuendet, wurden alle Taschen genaustens durchsucht, immerhin mussten wir nicht alles durch den Roentgenapparat schicken. Diesmal versuchten wir jedoch nichts zu schmuggeln, ausser ein paar Cocablaettern besassen wir nichts "de origen vegetal o animal" mehr. Den Honig hatten wir diesmal auf ca. 3'900 Metern Hoehne deponiert, um ihn bei der Ausreise nach Bolivien wieder mitzunehmen.

San Pedro de Atacama ist ein interessantes Dorf, ganz anders als alle Ortschaften, die wir bisher gesehen hatten. Auf den ersten Blick koennte man meinen, man sei irgendwo in Nordafrika. Der Baustil und die Tatsache, dass das Dorf sich mitten in der Wueste befindet, wirkte auf uns richtig exotisch und hat nichts mit den Doerfern beispielsweise an der Carretera Austral gemeinsam. Wie viele Einheimische jedoch noch hier wohnen ist fraglich, der Dorfkern besteht praktisch nur aus Hostales, Restaurants und Tourenanbietern.

Trotzt der Hoehe und den schwierigen Bedingungen haben wir bei der Ueberquerung des Paso de Jama einige neue Rekorde aufgestellt. Da waren erst mal die 117 km von Susques zur Grenze, die den Kilometerrekord pro Tag darstellen, und das erst noch auf ueber 4'000 Metern Hoehe. Auf dem Rueckweg zum argentinischen Grenzposten stellte ich den neuen persoenlichen Geschwindigkeitsrektord von 69 km/h auf, allerdings mit Rueckenwind von ueber 60 km/h. Dann ist da noch der gestrige Tages-Geschwindigkeitsdurchschnitt, der genau 30 km/h betraegt, was wir bisher noch nicht annaehernd geschaft hatten.

Mein Ketten-Problem sollte jetzt auch geloest sein. Gestern hat ein Mech ein Bischen an der Schaltung rumgeschraubt, was erwartungsgemaess rein gar nichts genuetzt hatte. Waehrend einem kurzen Test heute ist die Kette in kuerzester Zeit gleich drei mal rausgeflogen. Jetzt habe ich den gesamten Zahnradkranz wechseln und eine neue Kette montieren lassen, womit auch dieser Aerger aus der Welt geschaft sein sollte. An alle Ciclistas, die in San Pedro einen Mech suchen: an der Avenida de Incas liegt die Velowerkstatt "BRUNA", dort wird einem kompetent und guenstig geholfen.


PS: Viel Glueck an alle Weinbergschnecken und -turbos an der Sola-Stafette am Samstag!

Montag, 12. April 2010

Deutsche Gastfreundschaft in Chile

Im Parque Nacional Torres del Paine hatten wir drei Deutsche Motorradfahrer getroffen und eine Einladung nach Villarrica erhalten. Damals schien das noch weit weg und wir wussten nicht, ob wir auch nur in die Naehe dieser Region kommen wuerden. Sind wir dann aber und wir haben auch Ulis Einladung angenommen und von Elkes Kochkuensten profitiert, von denen wir schon so weit unten im Sueden gehoert hatten. Wir verbrachten zwei entspannte und interessante Tage bei den beiden und tauschten Reisestories aus und studierten Karten fuer weitere Reisetipps. Uli und Elke: Nochmals ganz vielen herzlichen Dank fuer Eure Gastfreundschaft!

In Villarrica trafen wir wie verabredet Martina und Fazl, ein Schweiz-Pakistani Radlerpaar. Fazl hatte festgestellt, dass er Velofahren doch nicht so toll findet wie erwartet und wird Ende April wieder nach Hause fliegen. Martina steht nun vor der Frage, ob sie mit dem Bus alleine weiterreisen oder sich uns anschliessen moechte. Wir sind nun so eine Art am Probefahren.

Landschaftlich war die Strecke nach Villarrica nicht umwerfend, wir wurden auf der ueblichen Kiesstrasse gehoerig eingepudert. Am Abend fanden wir ein Fussballfeld mit einer Art Clubhaus, wo wir uebernachten durften. Cool. Am naechsten Tag genossen wir noch mehr Schotterstrasse, abends fanden wir kein Clubhaus, dafuer jede Menge reifer Brombeeren. Auch cool. Tags darauf sparten wir uns etwa 15-20 km und etliche Hoehenmeter als wir einen Ride angeboten bekamen und annahmen. So konnten wir die Landschaft, die wieder bergiger wurde, und die Araukarienwaelder so richtig geniessen. Am Morgen darauf erwartete uns noch eine heftige Steigung, diesmal aber asphaltiert. Der Pass war der Rueckweg nach Argentinien.

Diese Grenzuebertritte sind immer wieder interessant. Erstmal war der schone Asphaltbelag bei der Grenze schlagartig fertig, auf argentinischer Seite war nur noch Ripio, mies wie immer. Das Chile sehr restriktive Regeln hat, was die Einfuhr von Lebensmitteln betrifft, wussten wir ja, aber dass Argentinien auch "so drauf ist", war uns nicht bewusst. Wir kamen gerade mit unseren gestempelten Paessen aus dem Gebaeude als ein Grenzbeamter begann, Fazl "auseinanderzunehmen". Danach kam Martina dran, dann Flo und ich. Unsere Zwiebel, die ich in Chile erst gerade gekauft hatte, wurde konfisziert, den Honig durften wir freundlicherweise dort noch essen. So genau, wie dieser Beamte jedoch Jacken- und Lenkertaschen durchsuchte, war der nicht nur auf der Suche nach illegalen Fruechten und Gemuesen. Sehen wir denn aus wie Drogenschmuggler?!?

Etwas interessantes beim Grenzposten: Araukarien, die direkt auf Fels wachsen.


Die lang ersehnte rasante Abfahrt auf der anderen Seite des Passes wurde erst mal ein ziemlicher Murks. Vor dem Zoll wegen der bloeden Strasse, danach wegen dem bloeden Wind. Das war auf diesem Chiletrip krass, ganz egal, in welche Richtung wir fuhren, wir hatten immer Gegenwind. Und auf schlechten Schotter- oder steilen Passstrassen ist das gar nicht mehr spassig. Auch bergabwaerts war das frustrierend, vor allem, da die momentane Windrichtung eine Ausnahme war, was an der "Blickrichtung" der Grassbueschel klar zu erkennen war.

Wir schafften es an diesem Abend doch noch nach Las Lajas, einem kleinen Kaff mitten in der Pampa. Dort fanden wir eines der schoensten und saubersten Campings von ganz Argentinien und erst noch extrem guenstig. Die Leute dort waren supernett und die Empanadas saugut. Einziger Nachteil, irgendwelche Wuermer liessen einen klebrigen Saft von den Baeumen tropfen, dass wir am naechsten Morgen erst mal die Zelte waschen und umpflanzen mussten.

Fuer einmal hatten wir Glueck, was das Timing betraff. An jenem Wochenende fand in Las Lajas eine Fiesta statt, organisiert von der Agrupación Gaucha El Pegual, der oertlichen Gaucho-Vereinigung. Am Freitag standen Umzug durchs Dorf und Festreden auf dem Programm. Dieses Fest scheint in der Region recht wichtig zu sein, jedenfalls nahmen auch Gauchos aus anderen Provinzen teil, beim Umzug haeufig mit ihren Kindern mit auf dem Pferd. Die Wettkaempfe haben wir leider verpasst, da wir am Samstag weiter mussten.



Nach Las Lajas war wieder Pampa angesagt, teilweise schon fast eher Wueste. Zum Glueck gab es da noch ein paar Huegel und Berge runderum, das gab der Landschaft etwas Strucktur. Gruen war bald nur noch im fast ausgetrockneten Flusstal zu sehen, ein paar Meter weiter war alles braun. Kaum zu glauben, dass dort noch Menschen leben, ist aber so. An einigen Stellen fuehrten "Wege" von der Strasse weg zu Estancias, die trotzt der grossen Entfernung einfach zu erkennen sind. Bei Haeusern werden Papeln und andere Baeume gepflanzt, das sieht man in der Pampa von Weitem.



Die angekuendigten ca. 72 km bis zum naechsten Dorf, Chorriaca, dehnten sich schliesslich zu 91 km aus. Distanzangaben sind hier eben genauso relativ wie die Zeit. In Chorriaca angekommen, dauerte es etwa eineinhalb Stunden, bis wir einen Schlafplatz gefunden hatten, der dafuer umso konfortabler war: die Turnhalle. Sonst haetten wir auch vor dem Polizeiposten campen oder in der Zelle schlafen koennen, der Polizist war mega nett und die Abwechslung schien ihm willkommen zu sein. Interessante Details zum kleinen Dorf: Chorriaca ist eine Reserva Indigena, Weisse duerfen dort weder wohnen noch Land kaufen. Fliessend Wasser gibt es nur morgens fuer etwa eine Stunde, in der die Tanks der Haeuser gefuellt werden, dann ist Schluss. Schluss ist auch morgens um ein Uhr, naehmlich mit Strom. Und bis sieben Uhr morgens bleibt es dunkel. Auch gut, dort steht wohl eh keiner frueher auf.

Gestern Nachmittag sind wir in Chos Malal, einem etwas groesseren Dorf angekommen. Der Camping Municipal hier koennte von dem in Las Lajas noch einiges lernen in Sachen Sauberkeit und Freundlichkeit. Und warum jemand auf einem Campingplatz die ganze Nacht volle Beleuchtung braucht, ist uns allen schleierhaft. Heute geht es weiter in Richtung Mendoza.

Ruta 40 in die Unendlichkeit

Samstag, 3. April 2010

Wald, Berge, Seen, Pampa und Vulkane

Also, erst mal vorneweg, viel passiert ist seit Bariloche nicht. Aber landschaftsmaessig sind wir auf der Ruta de siete Lagos, der Strasse der sieben Seen, wieder einmal voll auf unsere Kosten gekommen. Nach ein paar Stunden Pampa nach Bariloche befanden wir uns fuer drei Tage in bewaldeten Huegel bzw. Bergen mit jeder Menge Seen. Die auf der Karte eingezeichneten Campingplaetze stimmten zwar nicht immer genau mit deren realen Lage ueberein, aber das war auch schon unser groesstes Problem:-)



Als wir an einem dieser Seen zu Mittag assen, kamen auch Marlis und Matthias an, ein Schweizer Radlerpaar, die wir im Nationalpark Torres del Paine kurz getroffen hatten. Wir fuhren an diesem Tag gemeinsam weiter und campten auch am selben "Campingplatz". Flo und ich brachen am naechsten Morgen frueher auf, trafen uns aber abends in San Martín wieder. Dort trennten sich unsere Wege fuer's Erste wieder. Da unsere groben Routen aber aehnlich sind, ist es gut moeglich, dass wir uns nochmals begegnen werden.

Wir verliessen San Martín de los Andes in stroemenden Regen. Nach ein einigen Stunden war aber alles wieder trocken und wir konnten eine gemuetliche Mittagspause einlegen. Fuer Unterhaltung war dort auch gesorgt. Es krabelten da ein paar Blattschneider-Ameisen rum, die versuchten, kleine Blaettlein in ihr Nest zu tragen. Leider schafften das nur ganz wenige, da es wieder einmal stark windete und die Ameisen immer wieder meterweise zurueck blies. Koennen Ameisen frustriert sein?

Wir packen alles wieder ruckzuck zusammen, da es wieder zu regnen begann. Und es regnete immer noch als wir in Junín de los Andes ankamen. Das Kaff wirkte extrem trostlos im Regen und vor allem, da wir das Centro erst nicht finden konnten. Schliesslich hatten wir doch noch Glueck und fanden sogar einen guenstigen Zeltplatz. Junín ist so eine Art Zentrum des religioesen Turismus der Region und scheint ein Zentrum der Missionierung gewesen zu sein. So jedenfalls habe ich den Spruch auf der Kirche interpretiert. Was mir an der Stadt aufgefallen ist, ist, dass sie vor allem von Indígenas bewohnt wird. So wenige europaeische Gesichter habe ich schon lange nicht mehr gesehen. In der Region gibt es auch drei Mapuche Reservate.

Die Landschaft nach Junín war einmal mehr genial schoen. Ein eher enges Flusstal zwischen trockenen Pampa-artigen Huegel. Rings herum war alles felsig braun mit ein paar wenigen Bueschen, im Talboden um den Fluss leuchteten hellgruene Buesche, Grass und teilweise sogar richtige Baeume. Mit der Zeit oeffnete sich das Tal etwas und die Heugel wurden etwas weicher, der frappierende braun-gruen Kontrast jedoch blieb.



Auch fuer Ornithologen waere die Gegend besuchenswert. Wir sahen vier Kondore am Himmel kreisen, einen ganzen Schwarm schwarzer Geier, Chimangos und diese kleinen braunen Greifvoegel, die es hier ueberal zu Hauf gibt und die Abfallsaecke zerfetzen (die fressen alles, sogar Pilze und Seife). Was wir bisher noch nicht gesehen hatten, war dieser beeindruckende grosse, graubraune Vogel, der wohl ein Adler sein koennte.

Somit waere unser naechstes Vogel-Raetsel eroeffnet: Wie heisst der Greifvogel auf diesem Bild?


Je weiter wir in Richtung Paso Tromen kamen, wo wir nach Chile rueber wollten, umso grauer und bedrohlicher wurde der Himmel. Wir hatten auch einen Deutschen Radfahrer getroffen, der kurz vor dem Pass zwei Tage im Zelt auf die Sonne gewartet hatte, da er keine Lust auf einen verschneiten Passuebergang hatte und schliesslich aus der Region gefluechtet war. Wir konnten nur hoffen, dass der Wetterbericht Recht haben und das Wetter am naechsten Tag besser sein wuerde. Fuer den Moment sah es nicht gut aus, da wo wir hinwollten, sah es Mordor-maessig dunkel aus. Zu allem Uebel kaempften wir seit Stunden gegen einen fiesen, sehr boehigen Wind an, der uns unbedingt davon abhalten wollte, an jenem Tag den Pass zu erreichen.

Wir wurden zwar nass an diesem Nachmittag, am Abend machte Flo aber schon wieder Fotos mit blauem Himmel im Hintergrund. Diese Baeume sind Araukarien, anscheinend eine uralte Spezies auf dem Entwicklungsstand von Baeumen vor 250 Mio. Jahren. Viele davon gibt es nicht mehr und der Araukarienwald dort ist eine Turistenattraktion. Selbstverstaendlich ist es verboten, die grossen, essbaren Samen mitzunehmen.



A propos essen, da hatten wir doch in San Martín endlich einmal in einer richtigen Chocolatería Artesanal Schokolade gekauft, die auch wirklich mega gut war und logischerweise nicht gleich alles gegessen, sondern das meiste davon gespart. Und ich habe mich an jenem Abend im Araukarienwald so richtig auf den Dessert gefreut. Und was teilt mir Flo da mit? Dass er die Schoggi an unserem Mittgspausenplatz vergessen habe!!!!!!!!! Autsch, das habe ich inzwischen (drei Tage spaeter) noch immer nicht ganz verkraftet.

Wegen den Wolken hatten wir ihn am Nachmittag kaum gesehen, am Abend und am Morgen war er dafuer umso schoener. Der Vulkan Lanín, nachdem der ganze Nationalpark benannt ist.



Am Morgen darauf hatten wir ein Problem. Wir hatten noch Trockenfruechte und einen feinen Honig, die wir natuerlich mitnehmen wollten, jedoch nicht nach Chile eingefuehrt werden durften. Wir hatten schon Oregano, Zwiebeln und Knoblauch weggeworfen und die getrockneten Aprikosen und der Honig waren einigermassen teuer gewesen. Da wir aber keine Busse riskieren wollten, deklarierten wir die Sachen und hofften, mit dem Zoellner diskutieren zu koennen. Was aber leider nicht geklappt hat. Der Mann war zwar nett, hat die Aprikosen jedoch weggeworfen und den Honig konfisziert. Flo hat dafuer noch eine Acta de Interceptión erhalten. Juhui:-(

Auf der chilenischen Seite ging's dann wieder einmal absurd steil den Berg runter, alles auf der ueblichen Sand- und Schotterstrasse. Da taten mir bald mal die Haende weh vom Bremsen. Und auf einmal, viel frueher als erwartet, fuhren wir auf ganz neuem Asphalt. Das krasse daran, diese Strasse war etwa so breit wie eine vierspurige Autobahn. So ganz im Sinne von, wenn schon, denn schon. Auf jeden Fall wurde das bergabfahren mit einem Schlag extrem spassig. Irgendwann waren wir natuerlich unten im Tal angekommen und was blieben, waren noch 50 km platt und schnurgeradeaus bis Pucón.

Vulkan Villarrica von Pucón aus.


Hier mal eine kleine Bemerkung zu den Campings libre, den Orten, wo man gratis campen darf. Davon gibt es doch einige, Infrastrukturen gibt es keine aber meistens einen Fluss oder Bach in der Naehe. Die meisten dieser Plaetze sind (oder waeren) schoene Orte fernab von Staedten und anderem Krach, wo man eigentlich die Natur geniessen koennte. Ich sage "koennte", da viele Argentinier und Chilenen anscheinend analphabeten sind und Schilder nicht lesen koennen, die einen dazu auffordern, seinen Abfall wieder mitzunehmen. Es ist widerlich, wie viel Buechsen, Glas- und Petflaschen und sonstige nicht mehr benutzbare Dinge auf diesen Campingplaetzen entsorgt werden (und auch sonst ueberall entlang den Strassen). Auch Feuerverbote werden oft ignoriert, als Konsequenz davon sieht man die quadratkilometerweise abgebrannten Waelder, und das in Nationalpaerken!!!

Mittwoch, 10. März 2010

Tschuess Carretera

Wir sind in Futaleufú, dem Dorf mit dem coolsten Namen. In Mapuche, der Sprache der lokalen Indigenas, heisst das Rio Grande, Grosser Fluss. Wer dieses Wort als erstes laut aussprechen kann, hat wieder mal gewonnen:-) Die Betonung liegt auf dem letzten U.

Nach fast drei Wochen, davon einen halben Tag! Regen, haben wir die Carretera Austral verlassen und sind jetzt wieder auf dem Weg nach Argentinien. Die Landschaft noerdlich von Coihayque ist genial schoen und teilweise glaubten wir uns in der Schweiz, so aehnlich sah alles aus. Bewaldete Berghaenge, unten im Tal gruene Wiesen, weidende Kuehe. Wenn man genau hinschaut, sieht man allerdings, dass an den Haengen nicht Tannen sondern eine Art Buchen wachsen und die Kuehe andere sind, aber das sind Details. Der Hauptunterschied besteht in der Strasse, jede Wette, dass es in der Schweiz keine so miese Pisten gibt.

Hier die Carretera kurz nach Ende des Asphalts, die Qualitaet der Strasse hier noch erstaunlich gut. Hinter der naechsten Kurve beginnt die Steigung ueber einen Pass. Hier ist alles Urwald, extrem dicht und wunderschoen.



Kurz vor der Passhoehe hat es einen Wanderweg durch den Bosque Encandado, den verzauberten Wald. Es faellt mir schwer zu beschreiben, wie schoen dieser Wald ist. Die Baeume sind alle ganz vermost und es wachsen rosarote und orange Bluemchen an den Staemmen. Der Boden ist kaum sichtbar, alles ist voll von kleinen und groesseren Pflaenzchen, Bueschen und umgestuerzten Baumen. Ein Durchkommen waere ohne diesen Weg absolut unmoeglich. Natuerlich fuehrt auch ein Bach durch diesen Wald und zwar mit so glasklares Wasser, dass man jedes Steinchen auf dem Grund sieht. Nach ein paar Bruecken und Streppen kommt man zu einem Aussichtspunkt, von wo aus man einen Gletscher sieht. Der Gletscher ist huebsch, im Vergleich zu dem Wald darunter aber eher unscheinbar.



Auf der anderen Seite des Passes ist die Strasse schlagartig katastrophal, teilweise wird sie wohl zum Flussbett umgewandelt, so je nach Wetter. Dafuer haben wir dort die groessten Nalcas gesehen. Das sind Pflanzen mit gigantischen Blaettern, Durchmesser von 50 cm bis ueber 1.5 m.



Wirklich etwas Erwaehnenswertes passiert ist eigentlich seit Tagen nicht. Wir haben an huebschen und weniger huebschen Orten gecampt und einmal haben wir uns ein Hostal mit Abendessen und Fruehstueck geleistet.

Dieser kleine See mit mystischen Nebelschwaden und klaren Spiegelungen liegt ca. 50 km vor Futaleufú.



Hier nochmals ein - eher klaeglicher - Versuch die Schoenheit der Landschaft zu zeigen. Der Fluss heist El Azul, der Blaue, was auf dem Bild nicht so klar ersichtlich ist. Das Wetter spielt dagegen wieder perfekt mit.



Da wir sie jetzt verlassen haben, widme ich mich nochmals der Carretera Austral und ihren vielen verschiedenen Gesichtern. Bevor ich die "Strasse" gesehen habe, haben uns Leute von ihrem Charme vorgeschwaermt, wie schade es sei, dass immer laengere Stuecke davon asphaltiert seien. Meine Meinung dazu: die Carretera Austral hat genau den Charme eines langgezogenen Sand-, Kies und Steinhaufens, der mit Schlagloechern und Ripios garniert ist. Also ueberhaupt keinen. Wie ihr aber vielleicht schon erraten habt, ist die Landschaft, durch die sie fuehrt, absolut unschlagbar. Bloed nur, dass man das oft gar nicht richtig geniessen kann, weil man sich gerade krampfhaft am Lenker festklammert um einigermassen sicher durch den naechsten Kieshaufen zu kommen.

Zu den Ripios: Das sind wellbelchartige "Oberflaechenveraenderungen", die es in dieversen Ausfuehrungen gibt. Da sind z.B. Babyripios, kleine, nur ein paar Centimeter tiefe Wellen mit einem Abstand von vielleicht 10 - 15 cm. Darueberzufahren holpert schon ganz schoen. Die haeufigsten "normalen" Ripios sind noch etwas tiefer und wenn man da zu schnell drueber brettert, fliegt man fast aus dem Sattel und die Fuesse von den Pedalen. Meine ganz speziellen Lieblinge sind aber die Moerderripios. Das sind 15 - 20 cm tiefe Zacken in/auf der Strasse. Wenn man da drauffaehrt, dann knallt es ein paar mal, dann steht man. Da gibt es kaum ein Vorwaertskommen. Hat man das Pech und sieht sie nicht und kommt darum zu schnell, kann man schon mal von der Strasse geworfen werden. Wir haben jedenfalls von Leuten gehoert, denen das passiert ist. Oder von Gepaecktraegern, die dabei gebrochen sind. Eher selten sind die Riesenripios. Die haben wir bis jetzt nur in engen Kurven von steilen Strassen angetroffen. Das sind wieder Wellen, recht tief aber auch weiter auseinander. Da kommt man, wenn man langsam ist, problemlos drueber. Das fuehlt sich ein Bischen wie eine Berg-und-Tal-Bahn an, was aber nicht weiter schlimm ist.

Natuerlich hat es hier auch die Verbuendeten der Ripios zu Hauf, die Schlagloecher. In Puerto Natales haben wir mal zu jemandem gesagt, dass Schlagloecher fuer Velofahrer kein Problem seien, wir koennten denen ausweichen. Ja, theoretisch koennten wir das. Leider sind Schlagloecher aber extreme Herdentiere und kommen bevorzugt in grossen Massen vor. Die sind dann meistens so richtig ineinander verwoben, so dass ausweichen voellig aussichtslos ist. Manchmal hat es auch so viele nacheinander, dass man gar nicht mehr sicher ist, ob das jetzt eine Reihe Loecher oder Ripios waren. Ist ja auch egal, geholpert und geknallt hat es auf jeden Fall.

Klar, dass diese beiden Spielverderber nicht die einzigen sind. An einigen Stellen bestehen die Strassen nur aus groben Steinen, was auch sehr unangenehm zu befahren ist. Noch schlimmer ist aber grobes, loses Kies, so in etwa wie der Schotter zwischen Bahngleisen. Das ist zum Velofahren absolut untauglich. Feiner Sand darin hilft auch nicht, um das Fahrgefuehl zu verbessern. Heisst das nun, dass die Carretera asphaltiert werden sollte? Ich weiss nicht, irgendwie waere es vielleicht doch schade.

Jetzt einmal etwas zu den haeufigsten Benutzern der Stasse, den Autofahrern. Eigentlich sind Suedamerikaner fuer schlechte und ruecksichtslose Fahrweise bekannt. Auf Argentinier und Chilenen scheint das bis jetzt nicht zuzutreffen. Dass nicht alle langsamt mit viel Abstand vorbeifahren, versteht sich von selbst. Aber uebers Ganze gesehen, fuehlen wir uns hier nicht aufs Korn genommen. Um Coihayque herum nahm das manchmal sogar groteske Zuege an. Da blieb ein Laster konsequent hinter uns, da er in einer unuebersichtlichen Kurve nicht ueberholen wollte. Und andere Fahrer verhielten sich dort aehnlich. Je weiter noerdlich wir aber gekommen sind, umso normaler wurde auch die Fahrweise um uns herum.


Worueber ich schon laenger mal schreiben wollte ist Dulce de Leche. Das ist der nationale Brotaufstrich in Argentinien und auch in Chile unter dem Namen Manjar weit verbreitet. Interessanterweise ist aufs Brot streiben nur eine von vielen Anwendungsmoeglichkeiten dieser zaehen Masse. Weit erwaehnenswerter sind die diversen Torten und anderen Suessigkeiten, die man damit fuellen kann. Da wir beim Velofahren taeglich viele Kalorien vernichten, scheuen wir uns nicht, all die feinen Sachen zu testen. Und das lohnt sich auch, die sind wirklich gut.

Das Beste in Sachen Suessem, was wir bisher gegessen hatten, war allerdings eine Nusstorte in El Chalten. Die war zwar abartig teuer, aber eben auch abartig gut. So gut, dass wir der Baeckerei das Rezept abgeluchst haben. Hier, falls jemand das ausprobieren moechte:

100 Gr. Baumnuesse gehackt
250 Gr. Rahm
4 Eier
100 Gr. Honig
100 Gr. Zucker

Alles mischen und in eine flache, runde Form (etwa wie fuer unsere Nusstorte) mit Muerbteigboden giessen und etwa 45min bis 1h bei ca. 100 Grad backen. Das Resultat sieht so aus: Ueber dem Muerbteigboden bildet sich eine Schicht mit etwa der Konsistenz einer Nidelwaehe, darueber eine Schicht mit den Nuessen, die irgendwie karamelisiert wirken.

Wir warten auf eure Erfolgsmeldungen!

Dienstag, 2. März 2010

Erdbeben in Chile

Seit wir Rio Tranquilo verlassen haben, ist nichts nennenswertes passiert, ausser dass wir vor zwei Tagen von dem Erdbeben erfahren haben. Die Besitzerin des Campingplatzes hat uns ganz aus dem Haeuschen erzaehlt, wie schlimm das alles sei, und wir standen da, und hatten keine Ahnung, wovon sie sprach. Wir konnten dann bei ihr die Nachrichten schauen und fanden auch, dass das recht uebel aussah.

Der langen Rede kurzer Sinn, bei uns ist alles in Ordnung, wir haben nichts gespuehrt und sind in keiner Weise betroffen. Wir sind jetzt in Coihayque, der ersten richtigen Stadt seit Punta Arenas. Mit Stadt meine ich einen grossen Ort, wo vor allem Einheimische leben, und wo ein richtiges suedamerikanisches Verkehrschaos herrscht. Morgen steht ein Tag Pause auf dem Programm, dann brechen wir in Richtung San Carlos de Bariloche auf, wo wir in etwa zwei Wochen anzukommen hoffen.

Vollmond und Abendrot

Donnerstag, 25. Februar 2010

Brownie und Cappuccino: Verrat auf der Carretera

Wir sind bei gutem Wetter in Villa O'Higgins gestartet. Die Landschaft hier ist ein echt krasser Gegensatz zu der oft flachen Pampa der letzten Wochen. Die Carretera Austral fuehrt durch dichten Regenwald, durch gruene Weiden und durch Taeler mit leuchtend blauen Fluessen und wunderschoenen Wasserfaellen. So abwechslungsreich die Landschaft ist, eins ist bis auf ganz wenige Ausnahmen immer gleich: es geht auf und ab und auf und ab. Und das teilweise gleich absurd steil wie im Nationalpark Torres del Paine. Nur leider ohne den Rueckenwind. Dafuer mit Flo, der von hinten schieben hilft.

Rio Baker


In der dritten Nacht nach Villa O'Higgins haben wir einen 10km-Abstecher zu einem kleinen Campingplatz, der einer Deutschen gehoert, gemacht. Dort unten lebten ausser dieser Familie auch zwei kleine schnuggelige Welpen, die eigentlich dem Nachbar gehoerten. Den Braunen haben wir logischerweise Brownie getauft, den schwarz-weissen Cappuccino.

Da die Huendlis herzig und ausser sich vor Freude ueber menschlichen Besuch, haben wir ein Bischen mit denen gespielt, ohne uns gross was dabei zu denken. Dass die beiden in den Vorraeumen unseres Zeltes geschlafen haben, habe ich gar nicht mitgekriegt. Tatsache war, die Welpen hatten uns adoptiert, was uns ab naechsten Morgen klar wurde. Wie wird man Hunde los, die einem die ganze Zeit nachlaufen? Wir haben versucht, sie anzuschreien, kleine Steinchen nach ihnen zu werfen und schnell wegfahren. Alles total witzlos. Schnell wegfahren sowieso, die naechste Steigung kam immer recht schnell und dort haben die beiden uns locker wieder eingeholt. Die beiden Huendchen waren wirklich nach recht jung und sollten bestimmt nicht so lange und so schnell laufen. Wenn wir mal kurz Pause machten, lagen sie flach, wenn es einen Bach hatte, suchten sie Wasser, aber wehe, wir machten Anstalten weiterzufahren. Dann standen sie da und liessen sich nicht abschuetteln. So ging das mindestens 15km, die letzten 5 davon einen Pass hinauf. Und danach wieder runter. So schnell konnten selbst die verzweifelten Huendlis nicht laufen und wir konnten sie endlich abschuetteln.

Brownie und Cappuccino


So froh wir waren, die Hunde los zu sein - wir koennen sie wirklich nicht mitnehmen - so schlechtes Gewissen hatte ich deswegen. Wir haben keine Ahnung, wie lange die zwei noch der Strasse nachgerannt sind, in der Hoffnung, uns wiederzufinden. Oder, ob sie je den Heimweg gefunden haben. Brownie und Cappuccino sind uns im vollen Vertrauen gefolgt, und wir haben sie verraten und im Stich gelassen:-(((

Am Nachmittag trafen wir in Cochrane ein, wo wir Kyle wieder trafen, den Australier, mit Hut und grossem Messer, mit dem wir zwei Naechte gecampt hatten. In diesem kleinen Kaff gibt es nichts interessantes als einen Supermarkt, weshalb wir am naechsten Tag auch weiterfuhren. Immer Huegel auf, Huegel ab, wo ich mich einige Male aus tiefem Sand und Kies wuehlen musste oder fast aus dem Sattel geworfen wurde, wenn das Velo mal wieder ueber Ripios huepfte. Ripios ist der lokale Name fuer diese Wellblechpiste, die uns z.T. schon auf der Ruta 40 das Leben schwer gemacht haben. Ausser dass es hier viel mehr und viel tiefere gibt.

Also, dass die Carretera Austral ein steiniger Sandhaufen ist, das ist rein meine Meinung. Flo findet sie gar nicht schlecht, verglichen mit der Ruta 40, man kaeme ja ganz zuegig vorwaerts. Anscheinend bleibt er nicht so oft im Sand stecken.

Dass hier nicht nur die Fluesse extrem schoen blau sind, haben wir gestern festgestellt, als wir am Lago General Carrera angekommen sind. Wie soll man diese Farbe beschreiben? Ausser "krass blau" ist uns eigentlich nichts eingefallen. Nach der Farbe dieses Sees sollte man blau definieren. Diesem Blau sind wir heute entlang gefahren, auf einer eher kurzen Strecke, bis Puerto Rio Tranquilo. Hier haben wir den Nachmittag "freigenommen", um die Marmorhoelen per Boot zu besichtigen, was sich absolut gelohnt hat.

Die Huendli-Abhaeng-Aktion war uebrigens total umsonst. Seit gestern Mittag, Puerto Bertrand, haben wir wieder eine vierbeinige Begleiterin. Die ist erwachsen und laesst sich nicht so leicht abschuetteln. Hat jemand einen Tipp, wie man Hund loswird?

Lago General Carrera


Marmor Hoehle am Lago General Carrera

Donnerstag, 18. Februar 2010

Wieder in Chile

Wir sind wieder in Chile, und damit steigen die Chancen, gute Rueblis zu bekommen markant, die in Argentinien sind leider meistens bitter oder sonst irgendwie faul. Leider werden hier die Empanadas wieder fritiert :-(

Der Weg hierhin war auf jeden Fall abwechslungsreich. Die Strasse von El Chaltén zum Lago del Desierto war zwar recht mieser Schotter, dafuer war die Landschaft die schoenste, die wir seit dem Nationalpark Tierra del Fuego gesehen haben. Wir sind wieder mal ganz frueh gestartet, falls es winden sollte. Natuerlich hat den ganzen Tag lang kaum ein Lueftchen geweht, und wir konnten in der Sonne liegen und das Nichtstun geniessen. Abends um halb sechs fuhr das Boot auf die andere Seite des Sees. Inzwischen waren noch vier weitere Radler angekommen. Mehr Velos haetten glaub' nicht auf dieses Schiff gepasst.

Der "Campingplatz" auf der anderen Seite war ein richtiger Radlertreff, und Reiseberichte von Leuten, die seit Jahren unterwegs sind, sind natuerlich immer willkommen. Zum Glueck gelang es, am selben Abend den Transfer unseres Gepaecks per Pferd zu organisieren. Das war erstaundlich einfach, irgendwie konnte ich das kaum glauben. Auf jeden Fall war ich recht happy, dass ich mein Gepaeck nicht selber schleppen musste. Die Spur auf den Paso Dos Lagos war doch ziemlich steil war und wir mussten einige Fluesse respektive Baeche ueberqueren und meistens waren da nicht viel mehr als ein paar Baumstaemme als Bruecke vorhanden und man musste das Velo ruebertragen. Keine Ahnung, wie oft mein Velo fast knietief tief im Schlamm versank, aber wenn man bedenkt, dass es seit rekordverdaechtigen sechs Tagen kaum geregnet hat, war es schon extrem sumpfig.



Das ging etwa drei Stunden so den Berg hoch, dann standen dort ein Schild "Bienvenidos en Chile" und der schmale Wanderweg ging in einen breiteren, mit Offroader befahrbaren Weg ueber. Das war erst mal richtig unterhaltsam, so ganz ohne Gepaeck in der Welt rumzukurven. Schon erstaunlich, wie leicht man so Steigungen hochkommt! Ebenfalls erstaunlich war, dass es dort mitten im Wald eine Flugzeug-Landebahn gibt. Das gaebe aber eine holperige Landung.

Nach ein paar Kilometern kamen wir aus dem Wald und es ging krass steil den Berg runter. Dort wurde der Weg, zumindest fuer mich, sehr grenzwertig. Teilweise waren da so viele lose Steine und Kies, dass das kaum mehr befahrbar war. Zum Glueck musste ich das nicht mit vollbepacktem Velo machen! Der Grenzuebergang nach Chile war hingegen voellig unspektakulaer. Es wurden nicht mal die ueblichen Fragen nach Gemuese, Fruechten oder tierischen Nahrungsmittel - die nicht in Chile eingefuehrt werden duerfen - zack, Stempel im Pass und weiter ging's.

Wir kamen erst gege acht Uhr abends auf dem Campingplatz beim Lago O'Higgins an und hofften, dass unser Gepaeck auch bald da sein wuerde. Versprochen war naemlich auch ungefaher acht Uhr. Wieder einmal hatten wir Glueck. Das Gepaeck kam zwar noch wahrend ueber zwei Stunden nicht, wir konnten aber auf einer kleinen Estancia Brot kaufen, so dass zumindest unser Abendessen gerettet war. Und in der Dunkelheit Zelt aufstellen, hatten wir ja frueher schon geuebt, das war also kein Problem.

Die Faehre nach Villa O'Higgings sollte am naechsten Nachmittag um vier Uhr fahren. Oder um fuenf Uhr, je nach Informationsquelle. Und jemand sagte, die Faehre wuerde an diesem Tag noch irgendwo Leute abholen, also kaeme sie erst gegen acht Uhr. Da es regnete, packten kurz nach Mittag zusammen und zogen in eine kleine Wartehuette mit Ofen um. Ausser uns sechs Velofahrern kamen noch sechs weitere Leute, die an jenem Tag uber den Pass gewandert waren. Es war also ziemlich eng. Dafuer auch unterhaltsam, was auch noetig war, immerhin sassen wir fast sechs Stunden dort drin.

Die Fahrt mit der Faehre dauerte etwas ueber drei Stunden. In dem doch horrend hohen Preis waren immerhin Kaffee und Guetslis mit inbegriffen. Bloederweise kamen wir etwa um halb elf auf der anderen Seite an und wir konnten/wollten nicht mehr die 8km nach Villa O'Higgins fahren und wir campten auf dem Parkplatz des Hafens.

Jetzt sind wir auf einem Campingplatz/Hostel im Dorf und machen mit einem Aussi und einem Tschechen Schoggi-Fondue. Die Jungs sind echt effizient im Aepfel zerhacken:-)

Weil er so schoen ist: Sonnenaufgang am Cerro Torre mit Laguna Torre.


Kondor bei der Laguna Torre.

Samstag, 6. Februar 2010

El Calafate und Perito Moreno

Wir sind also vom Nationalpark Torres del Paine in Richtung Cerro Castillo aufgebrochen, unsere Taschen so leicht wie noch nie zu vor (wir hatten praktisch nichts mehr zu essen). Wieder einmal genossen wir Rueckenwind auf einer Schotterstrasse und die Landschaft war immer noch abwechslungsreich und interessant. Unterwegs haben wir tatsaechlich mal ein anderes Tier als Guanacos oder Schafe gesehen. Leider wissen wir nicht, wie der Vogel hier heisst. Wer das rausfindet, ist Sieger des Tages.



Im Laufe des Nachmittags sind wir also voellig ausgehungert in Cerro Castillo angekommen und haben den angekuendigten Supermercado gesucht. Und schliesslich auch gefunden, nur dass man das winzige Laedeli nicht wirklich als Supermarkt bezeichnen konnte. Wir haben es aber geschafft, fuer die naechsten vier Tage Haferfloeckli, Teigwaren, Reis und Guetsli einzukaufen. Und es gab Empanadas! Juhuu! Wir haben sofort alle neun, die da waren gekauft und auch gleich gegessen. Die waren superfein. Darum haben wir gleich noch vier nachbestellt. Fuer Flo war das so tiptop, mein Magen fing recht bald zu rebellieren an.

Der Abend wurde entsprechend beschissen fuer mich. Wir durften in einem verwilderten Garten campen, WCs gab es aber keine und die oeffentlichen waren schlicht nicht benutzbar. Ok, kein Problem, zum kotzen braucht man schliesslich kein Klo, ein Busch reicht voellig aus. Und sobald es dunkel war, konnte man auch die andere Seite des Gartenzauns als WC missbrauchen. Das war aber ein Notfall, ehrlich!

Am naechsten Morgen besserte sich die Sache etwas, aber essen konnte ich erstmal nichts, was ein denkbar schlechter Start fuer einen anstrengenden Velotag ist. Dazu kam, dass es sehr kalt war und wir in der Nacht Schnee hatten, nun schon zum zweiten Mal. Am Morgen waermte es kaum, und die Bachbett-Schotterpiste verursachte mir ueble Magenschmerzen. Als wir endlich wieder auf die Asphaltstrasse kamen, standen wir vor einem Pass, wo wir unbedingt noch am selben Tag drueber wollten. Unterwegs campen kam eigentlich nicht in Frage, da alles voellig offen und stuermisch war. Das Kies am Strassenrand hatte eine Eisschicht, soviel zum Thema Sommer!

Nach einem weiteren, recht ereignislosen Tag kamen wir schliesslich in El Calafate an. Ereignislos heisst, natuerlich hat es gewindet und natuerlich war das Gegenwind, aber wir kamen trotzdem einigermassen voran.

Hier noch eine Empanada-Hommage

In Cerro Castillo hatte ich mir geschworen, nie mehr eine Empanada anzuruehren. Inzwischen hat sich das auf fritierte Fleisch-Empanadas reduziert. Erstens, weil ich glaube, dass das eine Vergeltungsmassnahme gegen abtruenige Vegis war, und zweitens, weil es hier in El Calafate eben auch megafeine Empanadas gibt. Und die sind nicht fritiert.

Diese Empanadas haben wir bisher angetroffen:
mit Fleisch (ueberall, fritiert oder aus dem Ofen)
mit Huhn (mehrheitlich in Argentinien, nur aus dem Ofen)
mit Kaese und Schinken (gelegentlich in Argentinien, Ofen)
mit Mais (selten in Argentinien, Ofen)
mit Kaese (in Chile, fritiert)
mit Gemuese (in El Calafate, Ofen)
mit allem moeglichen ab Speisekarte im Restaurant (Puerto Natales, fritiert)

Eine Rangliste zu erstellen, ist nicht moeglich, eigentlich sind die die besten, die man gerade isst, wenn man fast am verhungern ist. Ich persoenlich mag die aus dem Ofen lieber, Flo sieht das auch so.


Gestern haben wir wie ganz normale Turis eine Busfahrt zum Perito Moreno Gletscher unternommen. Das sind 80km von der Stadt aus, man kann dort nicht campieren und ist deshalb denkbar ungeeignet als Velotour, zudem muesste man die genau gleiche Strecke wieder zurueckfahren.



Dieser Gletscher hat sich aber auf jeden Fall gelohnt. Es ist schon eindruecklich, diese Wand aus Eis zu sehen, die das ganze Tal ausfuellt. Anscheinend ist der Perito Moreno einer der wenigen Gletscher ueberhaupt, die noch wachsen. Darum knallt und kracht es auch die ganze Zeit irgendwo und dauernd fallen kleinere und groessere Eisstuecke in den See. Manchmal sogar halbe oder ganze Waende (bis zu 60m hoch), die einfach abbrechen oder in sich zusammenstuerzen. Eine zusammenbrechende Wand liess interessanterweise einen Turm stehen, der spaeter einfach umkippte und ins Wasser klatschte.

Gemeint ist der Turm links im Bild.


Wenn so ein Stueck Eis ins Wasser fiel, gab es jedesmal einen Riesenknall, selbst wenn das Stueck Eis gerade mal fussballgross war.

Hier ein Bild vom Perito Moreno und im Hintergrund der Beginn des riesigen Inlandeises.

Unabhaengig von El Calafate, hier eine kleine Liste unserer bisherigen Verluste:

1 Seidenpyjama, Riss am Hintern, nicht reparabel, nicht ersetzbar
1 Zeltstange, kurz nach Punta Arenas beim Aufstellen zerbrochen, nicht reparabel, aber zum Glueck 3 Ersatzstangen dabei.
1 Velocomputer bzw. das Kabel, Reparaturversuch gescheitert, wird aber jetzt gerade ersetzt.
2 Platipus (faltbare Wasserflaschen), einer mit Loch, der andere mit geplatzter Naht, nicht reparabel (warum sind die Dinger so sauteuer und gehen doch gleich kaputt???)
1 Packtowel, im Nationalpark von den Maeusen gefressen, nicht reparabel, ersetzt.
1 ca. 15 Jahre alter Tagesrucksack, Reisverschluss haelt nicht mehr, wir spaeter ersetzt.

Freitag, 5. Februar 2010

Torres del Paine

Uff, wir haben es geschafft und sind in El Calafate angekommen, trotzt Schotter-Bachbett-Strassen, Huegeln, Wind und anderen widrigen Umstaenden.

Aber jetzt erst mal den Bericht zum Parque Nacional Torres del Paine. So vielversprechend sieht das aus, wenn man von Puerto Natales in die Richtung des Parkes schaut:



Wir sind dann aber trotzdem in Richtung Park Torres del Paine aufgebrochen, immer in der Hoffnung, dass das Wetter sich ja jederzeit aendern koennte. Fuer die erste Unterbrechung auf der huegeligen Schotterstrasse wenige Kilometer nach Puerto Natales sorgte die Cueva del Milodón, die Hoehle des Faultiers. Dort wurden zum ersten Mal Ueberreste eines Riesenfaultiers gefunden, das vor ca. 10'000-12'000 Jahren dort gewohnt hat (oder von den ersten Menschen dort geschlachtet wurde).



Nach der Hoehle, die riesig ist und durchaus bewohnbar wirkt, geht die Schotterstrasse munter weiter auf und ab, natuerlich immer gegen den Wind. Am naechsten Tag sah das Wetter im Park schon etwas anders aus. Wir waren allerdings auf immer noch eine Tagesfahrt von dort entfernt.

Blick in Richtung Paine-Massif vom Mirador Lago del Toro.

Einen Tag spaeter erreichten wir den Parkeingang. Interessanterweise lies der Wind fast genau am Parkeingang nach, als Entschaedigung began es zu regnen. Ich fuehlte mich dort schon ziemlich abgekaempft, aber Flo wollte noch zu einem Campingplatz ca. 17 km weiter im Park. Da die Strasse mehrheitlich einem See entlang ging, schloss er daraus, dass alles flach sein muesse. Ich fragte einen Ranger, der fand, es haette schon Huegel, aber die Subidas seien pequeñas, also nur kurze Steigungen. Das stimmte dann auch, dafuer waren sie absurd steil. Und ich absolut kaputt als wir endlich ankamen. Ich werde nie mehr einen Parkranger, der natuerlich Auto faehrt, nach Strassenkonditionen fragen!

Am Morgen drauf starteten wir recht spaet, dafuer aber genau dann, als die Sonne rauskam. Die voellig kranken Steigungen setzten sich durch den ganzen Park fort, an diesem Tag noch laenger, jedoch - wer glaubt's denn - mit teilweise massivem Rueckenwind! Das ist schon ein Hammer Gefuehl, vom Wind so einen Huegel hochgeschoben zu werden. Ohne diese Unterstuetzung waere ich bestimmt jetzt noch am schieben.

Dann bekamen wir einen Tag Zwangspause verordnet. Wir wollten eigentlich wandern gehen, hatten aber beschlossen, nur bei gutem Wetter loszumarschieren. Und es regnete. Und regnete. Und wir schliefen und schliefen. So wenig hatten wir schon lange nicht mehr gemacht. Perfekt:-)

Die Wanderung fand dann doch noch statt, vom Camping Serón, wo wir die zweite und dritte Nacht im Nationalpark verbracht hatten, zum Campamento Las Torres, einem feuchten Campingplatz im Wald, wo aus auch bald zu regnen begann und schweinekalt war. In der Nacht schneite es dann auch. Und da es so nass war, konnten wir wieder ausschlafen. Auch schoen.

Im Laufe des Vormittags klarte es auf und wir "rannten", auf gute Sicht hoffend, zum Mirador Las Torres rauf. Wir verbrachten schliesslich fast eine Stunde dort oben, aber wirklich klar war der Himmel nie. Aber wir hatten die Torres del Paine von Nahem gesehen und waren zufrieden damit.

Taliban-Regime in Chile: Die Torres waren immer verschleiert.


Die zweite Uebernacht-Tour fuehrte zum Campamento Italiano, welches von der Ausstattung gleich war wie Las Torres: Es gab eine Toilette und Wasser aus dem Fluss. Worueber man sich bei einem gratis Platz aber nicht wirklich beklagen kann. Die Strecke fuehrte entlang dem Lago Nordenskjod unter den Cuernos del Paine durch, was wunderschoen war. Allerdings auch ziemlich nass, manchmal war nicht klar, was zuerst da gewesen war, Bachbett oder Weg. Das Campamento Italiano war auch im Wald, weshalb da mit Aussicht gar nichts lief, aber ein paar Minuten weiter sah das dann folgendermassen aus:

Cerro Paine Grande


Wie das Southamerica Handbook warnt, hat es im Park viele Maeuse, was teilweise ein Problem darstelle. Flo hat das natuerlich nicht sehr ernst genommen und entsprechend geflucht, als nicht nur ein halbes Pack Weizengries auslief als er es hochhob, sondern auch sei Packtowel grossflaechig zerfressen war. Immerhin hat jetzt ein Wurf Maeuse ein schoen gepolstertes Nest.

Nach einer weiteren Nacht im Camping Serón, sozusagen unserem Base-Camp, und einer schoenen warmen Dusche, ging's dann weiter in Richtung argentinischer Grenze und dann nach El Calafate.